Dr. José Rizal, der Nationalheld der Philippinen und der ´Order of the Knights of Rizal´

Dr. Jose Rizal  ( mit vollem Namen José Protasio Rizal Mercado y Alonso Realonda)

war ganz wesentlich an der antikolonialen Befreiung der Philippinen beteiligt: Seine Werke, vor allem seine beiden, autobiographisch geprägten Romane "Noli mi tangere" (Berühre mich nicht) und "El Filibusterismo" (Die Rebellion)  hatten einen bedeutsamen Einfluss auf die Menschen und waren auch Legitimation für den Aufstand gegen 300 Jahre Fremdherrschaft durch den spanischen Klerus auf den Philippinen und die spanische Krone.

 

Auch heute noch, über 100 Jahre seit der Erstveröffentlichung,  hat z. B. sein Erstwerk "Noli me tangere" - "Berühre mich nicht!" nichts von seine Faszination eingebüßt: Eine bilderreiche elegante, poetische Sprache, gepaart mit viel Humor und teilweise Ironie, aber auch mit Pathos und gelegentlicher Überzeichnung, wo es angebracht ist, liest sich spannend und gibt einen interessanten, teilweise aber auch erschütternden Einblick in die Herrschaftsstrukturen und Machtmißbrauch vor allem der Mönchsorden, aber auch der spanischen Krone auf den Philippinen vor der endgültigen Unabhängigkeit 1948..

 

Dr. Jose Rizal war Arzt, hatte u. a. auch Deutschland bereist und dort viele gute Freunde gewonnen, er war unter anderem mit dem Pilippinen-Experten  Ferdinand Blumentritt und dem bekannten Arzt der Charite Prof. Dr. Virchow befreundet.

Dr. Virchow hat eine bemerkenswerte Trauerrede/Nachruf zum Tode seines Kollegen Dr. Jose Rizal gehalten, sie ist hier zu finden: http://ufreytag.michel-media.de/page22.html

Dr. Jose Rizal wurde auf Basis falscher Anklagen zum Tode verurteilt und 1896 in Manila im Alter von nur 35 Jahren erschossen.

Seine humanitären Gedanken leben aber weltweit fort, unter anderem gefördert durch den "Orden der Ritter von Rizal".

Ähnliches gilt für seine beiden wunderbaren Romane, die ich nur wärmstens weiter empfehlen kann!

Leider gibt es "Noli me tangere" zur Zeit nicht im regulären Buchhandel auf deutsch, man muss es sich antiquarisch besorgen oder auf englische oder spanische Versionen ausweichen...

 

Die wesentlichen Elemente der Gedanken von Dr. Jose Rizal: Nur durch Erziehung und Wissen kann die Menschheit sich weiterentwickeln. Basis der Erziehung und des zwischenmenschlichen Umgangs müssen sein: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität! Ein guter Mensch ist jemand, der sein Land liebt, aber Freundschaft mit guten Menschen aller Länder pflegt, der gewaltlos agiert und mit Argumenten überzeugt, der aber auch bereit ist, für seine Ehre zu sterben. Dr. Jose Rizal hat diese Ideale sein ganzes Leben lang gelebt und ist auch dafür gestorben!

 

Noli me tangere - der autobiographische Roman des philippinischen Nationalhelden Dr. José Rizal

Jose Rizal´s autobiographischer Roman „Noli me tangere“ - „Rühr mich nicht an!“

 

„1987 erschien in Berlin ein spanisch geschriebenes Buch mit dem lateinischen Titel

„Noli me tangere" (Rühr mich nicht an!).

Autor war der junge philippinische Schriftsteller José Rizal.

Er hatte nach seinem Studium in Madrid und einem Aufenthalt in Paris 1886 Deuschland bereist und in Heidelberg die Niederschrift seines Romans beendet.

Der Erscheinungsort Berlin ist kein Kuriosum. Wie so viele wache und begeisterungsfähige Köpfe jener Zeit suchte Rizal die Verbindung von wissenschaftlicher Aufklärung und ´deutschem Idealismus´.

Sein Roman, der von der spanischen Kolonialherrschaft der Philippinen als politisch brisant betrachtet werden mußte, war ´mit Herzblut geschrieben´, wie Rizals österreichischer Freund, der Gelehrte F. Blumentritt schrieb: Er wollte ebenso aufklärerisch wie aufrüttelnd wirken.

Der junge Filipino Ibarra, Hauptfigur des Romans mit autobiographischen Zügen, kämpft für die Bildung der Filipinos und möchte eine eigene Schule gründen.

Ihm gegenüber stehen die Kolonialherren, die, mimosenhaft hinter einem Wall von Traditionen, Privilegien und Vorurteilen verharrend, nur mit Hilfe einer Gewaltjustiz ihr Regime aufrecht erhalten können und jeden Versuch politische oder soziale Reformen zugunsten der einheimischen einzuführen, brutal unterdrücken.

Um Ibarra ranken sich die Intrigen der herrschenden Schicht, die auch vor Anschlägen und Verleumdungen nicht zurückschreckt und Ibarra schließlich zur Flucht aus seinem Land zwingt.

Stiller Held des Romans ist der unergründliche Elias, der ihm unter Aufopferung des eigenen Lebens zur Flucht verhilft.

Neben ihm und Ibarra steht, scharf profiliert, eine Fülle von Nebenfiguren, Filipinos der verschiedenen Berufe und Schichten auf der einen Seite, Vertreter der Oligarchie, der Kolonialverwaltung, der Ordens- und Weltgeistlichkeit. Sie alle werden mit bisweilen hintergründiger Ironie, zuweilen in aggressiver Schwarzweiss-Malerei mit lebhaftem Strich dem Leser vor Augen geführt: Der wendige Capitán Tiago, Bild eines perfekten Untertanen; Die Dreifaltigkeit des polternden Pater Dámaso, des undurchsichtigen Pater Salvi und des arroganten Pater Sybila; der schrullige Philosoph Tiaso; Dóna Victorina und Dóna Consolación, die sich als Abziehbilder der Europäer gebärden; der ewig betrunkene, unflätige Alferéz, Kommandant der Guardia Civil.

Die spanische Kolonialmacht erkannte sofort die subversive Kraft des Romans: nicht in den manchmal karikaturartigen Einzelgestalten, sondern darin, daß die Fremdherrschaft hier eben als Fremdherrschaft ad absurdum geführt wird. Noch im Erscheinungsjahr 1887 wird der Roman verboten. Am 30.12.1896 wird Rizall als geistiger Urheber der nicht länger zu unterdrückenden philippinischen Freiheitsbewegung exekutiert. Zwei Jahre später endet die spanische Herrschaft auf den Philippinen, ebenso auf Kuba, wo José Martí eine ähnliche revolutionär-literarische Rolle gespielt hatte.

Noch heute teilt sich die leidenschaftliche politisch-ethische Kraft dieses wirkungsreichen Romans dem Leser unmittelbar mit.“

(Entnommen der deutschen Übersetzung von „Noli me tangere!“, Insel Verlag, Frankfurt am Main 1987 mit freundlicher Genehmigung des Insel-Verlages. Die Originalausgabe erschien 1887 in spanischer Sprache bei der Berliner Buchdruckerei-Actiengesellschaft in Berlin.)


Der philippinische "Order of the Knights of Rizal"

Das Logo des Order of the Knights of Rizal, hier ist das Logo des Hamburg Chapter zu sehen
Das Logo des Order of the Knights of Rizal, hier ist das Logo des Hamburg Chapter zu sehen

Wahlspruch: Non omnis moriar - ich werde nicht ganz sterben

Der Order of the "Knights of Rizal" ist eine staatsbürgerlich anerkannte, patriotische, kulturelle, konfessionsunabhängige, parteiungebundene und rassenunabhängige Organisation, die gegründet wurde zum Zwecke des Studiums der Lehren von Dr. José Rizal, seinem Vorbild nachzueifern und es zu verbreiten. 

Des weiteren gehört zu seinen Zielen die Erziehung der Jugend im Sinne der humanitären Lehren von Dr. Jose Rizal, der international hoch angesehen war und noch heute ist und ein wesentlicher geistiger Wegbereiter des ße philippinischen Freiheitskampfes und der philippinischen Unabhängigkeit ist.

Wie aktive Ritterorden in Europa ist der "Order of the Knights of Rizal" auch karitativ tätig, er fördert das Bildungs- und Gesundheitswesen auf den Philippinen. Im Gegensatz zu den traditionellen europäischen Ritterorden fühlen sich die Knights of Rizal jedoch nicht dazu berufen, den christlichen Glauben zu bewahren und zu verteidigen, wenngleich die übergrosse Mehrheit der Filipinos christlichen Glaubens, vor allem katholisch sind,  Ihnen geht es um die humanistischen Grundwerte, für die der philippinische Nationalheld Dr. José Rizal wie kaum ein anderer Filipino steht: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Humanität und Aufklärung. Hinzu kommt natürlich die nationale Selbstbestimmung und die nationale Souveränität, die für die ehemalige Kolonie Philippinen bis heute eine besondere Bedeutung haben. 

 

Dank der Bemühungen des Order of the Knights of Rizal ist die Lektüre der wichtigsten Bücher von Dr. Jose Rizal, das Werk "Noli me tangere" - "Berühre mich nicht!" und dessen Fortsetzung, das Buch " El Filibusterismo - Der Aufstand" in allen  Highschools auf den Philippinen Pflicht! Der Orden wurde bereits 1911 von Oberst Antonio C. Torres, dem Polizeipräsidenten von Manila gegründet und wurde 1951 voll staatlich anerkannt.und gefördert und hat weltweit etwa 20000 Mitglieder. Eines seiner wichtigsten selbstgesteckten Ziele ist die Bildung der Jugend im Sinne der humanitären Ideale von Dr. Jose Rizal.

Es ist Tradition auf den Philippinen, daß der Staatspräsident in den Order of the Knight of Rizal aufgenommen wird und mit der höchsten Insignie, dem Grand Cross of the Order of Rizal, ausgezeichnet wird, ganz unabhängig von dessen politischen Ansichten und seiner konkreten politischen Ziele.

 

Gerade ein multikulturell strukturiertes Land wie die Philippinen, dass u. a. dank seiner sehr  vielen heterogenen Ethnien, zahlreicher indigener Bevölkerungsgruppen mit sehr unterschiedlichen Kulturen und Sprachen sowie Religionen naturgemäß mit zahlreichen Problemen zu kämpfen hatte und hat, ist elementar auf verbindliche  sinnstiftende Vorbilder angewiesen, die verbindliche Werte und eine geistige Einheit vermitteln können. Hier leistet der Order of the Knights of Rizal seit seinem Bestehen eine ganz wichtige Arbeit.

 

Da auf den Philippinen auch verschiedene Religionen konkurrieren, ist das Vorbild Dr. Jose Rizal elementar: Dr. Rizal, der 1896 als Märtyrer für ein freies Philippinien in Manila erschossen wurde, war zwar Katholik, hat aber auch Elemente der  Freimaurer,  vor allem deren humanitäre Werte aus der französichen Revolution vertreten, unabhängig von der jeweiligen Religion: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität, nicht zu vergessen Patriotismus und Antirassismus das ist heute fast ebenso relevant wie vor 100 Jahren, und das nicht nur auf den Philippinen!

 Der "Order of the Knights of Rizal" ist zwar patriotisch, aber antirassistisch und pflegt die Völkerfreundschaft, daher werden in diesen Orden auch Ausländer aufgenommen, die mit den geistigen Werten und Zielen von Dr. José Rizal übereinstimmen. Der Orden agiert also weltweit, in vielen Ländern gibt es "Komtureien/Kapitel ("Chapter")., die von einem "Chapter Commander" geleitet werden.

Da der Orden staatlich geschützt und anerkannt ist, werden auch seine Ränge und Insignien staatlich geschützt.

 

Zur Zeit (2018) sind in Deutschland vor allem zwei Chapter besonders groß und aktiv: Chapter Wilhelmsfeld-Heidelberg unter Leitung von Commander Sir Werner H. Filsinger (KGOR) und das Chapter Hamburg unter Leitung von Commander Sir Romeo Garcia (KCR)

 

Die "Knights of Rizal Hamburg Chapter" (2018)
Die "Knights of Rizal Hamburg Chapter" (2018)

 

Weitere Infos zu Dr. Jose Rizal finden Sie hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Jos%C3%A9_Rizal

weitere Infos zum Order of the Knights of rizal finden Sie hier: https://en.wikipedia.org/wiki/Knights_of_Rizal

offizielle homepage finden Sie hier: http://knightsofrizal.org/

Die Homepage der "Knights of Rizal Wilhelmsfeld-Heidelberg Chapter" finden Sie hier

Die Seite der "Knights of Rizal Hamburg Chapter" bei Facebook finden Sie hier

weitere Infos  finden Sie auch hier: http://www.dns2world.asia/?page_id=183

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