https://www.reservistenverband.de/berlin/aktuelles/altersgrenze-von-65-jahren/
Verband der Rservisten der Deutschen Bundeswehr (Mitgliederwerbung) Link: https://www.reservistenverband.de/berlin/aktuelles/altersgrenze-von-65-jahren/

Altersgrenze in der Reserve vollständig abschaffen - jetzt! Mehr Expertise und Erfahrung, größere militärische Abschreckung, mehr gesellschaftliche Resilienz!

Sir Erich B. Ries, KCR mit dem Wimpel der Reservistenkameradschaft Bad Zwischenahn am 19.05.2026
Erich B. Ries, 2026

 

 Auf der Seite ganz unten finden Sie eine Auswahl von Fotos der RK Bad Zwischenahn von 7/2026 bis 5/2026

 

 Diese Seite wird noch orthographisch und stilistisch überarbeitet....

 

Neue Nachricht: Die Altersgrenze in der Reserve wurde jetzt auf 68 Jahre erhöht! Zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber dies bleibt weit hinter den potentiellen Möglichkeiten zurück und zeugt m. E. nicht von sehr viel Mut zu grundlegenden Reformen - leider!

 

 

Ein Kommentar dazu findet sich auf meiner Facebookseite! 

Wofür können Lebensältere Mitglieder im Reservistenverband eingesetzt werden, wenn endlich die leidige Altersgrenze in der Reserve komplett entfällt?

Erfahrungsbasierte Thesen von Erich B. Ries 

Erfahrene Mannschaftsdienstgrade, Unteroffiziere und Offiziere:

 

1. Gemeinsame Ausbildung bzw. Wiederholung und Aktualisierung der Grundausbildung von Reservisten und Ungedienten/Förderern/Freiwilligen, soweit sie dazu bereit und in der Lage sind. Dadurch würde der Heimatschutz, der derzeit mit der Ausbildung Ungedienter infolge fehlender Ausbildungskapazitäten gar nicht nachkommen kann, erheblich entlastet. Dies bedeutet auch, dass wir die Lösung eines wichtigen Personalproblems nicht in die Zukunft vertagen, sondern JETZT angehen!

 

Vergessen wir nicht: Die Reservistenkameradschaften sind am nächsten dran an der gefährdeten Infrastruktur, die es zu schützen gilt!

Die RK Bad Zwischenahn macht ihre Übungen direkt in der unmittelbaren Nähe einer solchen Gefährdungsstelle….

Diese gemeinsame Ausbildung von Gedienten und Ungedienten machen wir in unserem Pilotprojekt in der RK Bad Zwischenahn bereits seit Sommer 2025 sehr erfolgreich…

 

2. Übernahme von Wach- und Sicherungsaufgaben im rückwärtigen Raum, also genau vor Ort in unmittelbarer Nähe zur gefährdeten Infrastruktur, zur Unterstützung des Heimatschutzes. Im Falle eines Falles sind wir als Erste vor Ort!

 

3. Unterstützung in allen denkbaren Krisensituationen in enger Zusammenarbeit mit Heimatschutz, Rotem Kreuz, THW, DLRG usw.: Pandemien, Hochwasser und weiteren Katastrophen.

 

Hier wäre die Möglichkeit gegeben, Ungediente in einer angepaßten Grundausbildung fit zu machen für Dienste im Rückwärtigen Raum: Schutz der Infrastruktur, Unterstützung der Sicherung der Infrastruktur und öffentlichen Verkehrswege, im Krisenfall Unterstützung bei der Aufrechterhaltung von Ordnung und Sicherheit.

Voraussetzungen hierfür: Zugang aller Freiwilligen zur militärischen Grundausbildung und Qualifizierung in DVAGs.

Voraussetzung hierfür: Sicherheitsüberprüfung analog zu denen der aktiven  Truppe und Vereidigung auf unsere Verfassung!

Ob und inwiefern wir unsere Gesamtgesellschaftliche Resilienz entscheidend und kostensparend erhöhen können, hängt gnz entscheidend davon ab, ob es uns gelingt, mutig bürokratische Strukturen und Verkrustungen zu überwinden... 

 

Ob für die Umsetzung dieser Schritte die bisherigen Strukturen im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und Reservistenverband ausreichend sind, oder ob hier zusätzliche Organisationseinheiten, bestehend aus den Erfahrenen und den Auszubildenden mit einer eigenen Rechtsform nötig sein werden, muß durch eine Fachkommission erarbeitet werden.

Auch diese lebensälteren Freiwilligen, seien es nun Reservisten oder Ungediente, müssen aber natürlich der Bundeswehr unterstellt werden.

 

Hierfür bietet sich der Status der ehrenamtlichen Freiwilligen an: Ohne Entgeld, aber Beförderungsfähig. Beförderungen in diesem Ehrenamt sind wichtig, um die Reservisten und Ungedienten zu motivieren, da sie aber im Ehrenamt erfolgen, sind sie nicht Pensionsfähig und kosten den Staat nichts!

 

 

Sinn und Zweck dieser Seite ist es, eine Mehrheit im Reservistenverband und in unserem Präsidium, in der Bevölkerung und dann auch bei den Entscheidern in der Politik zu schaffen, um die leidige Altersgrenze von derzeit Ü65 ersatzlos zu streichen,   auch die jetzt seit kurzem propagierte Höchstaltersgrenze von 70 Jahren, ähnlich wie sie unser Wehrbeauftragter Hennig Otte für die Bundeswehr fordert, ist hier letztlich nicht zielführend - warum, wird hier von mir erläutert!

 

 

Ehemalige NVA-Soldaten der ehemaligen DDR - Soldaten zweiter Klasse? Ich denke: NEIN!

Im Rahmen meiner Initiativen zur kompletten Streichung der Altersgrenze in der Reserve wurde ich vielfach auf diese Thematik angesprochen, auch hierzu habe ich eine klare Position entwickelt, die sicherlich nicht von allen geteilt wird: Soldaten der ehemaligen DDR, die sich individuell keinerlei Verstöße gegen die geltenden Gesetze oder Verstöße gegen sonstiges nationales oder internationales Recht zuschulden kommen lassen haben, sind den SoldatInnen bzw. ReservistInnen der Bundesrepublik Deutschland gleichzusetzen! Das ist meine persönliche Meinung!

 

Bedeutet: Sofern diese nicht in der Bundeswehr gedient haben, weil ihre Wehrpflicht bereits vor der Wiedervereinigung abgeleistet war, sind diese Soldaten nach geltendem Recht bisher "Reservisten zweiter Klasse" : 

Sie können zwar dem Reservistenverband als "Förderer" beitreten, sie sind und bleiben aber Zivilisten, obwohl sie gedient haben, sie haben aber dementsprechend kaum Rechte: Sie dürfen nicht an dienstlichen Veranstaltungen der Bundeswehr und auch nicht an vielen Verbandsveranstaltungen (DVAG und VVAG) teilnehmen, also: Keine Ausbildung oder Fortildung in soldatischen Kerndisziplinen wie Schießausbildung und Gefechtsschießausbildung, Teilnahme an Manövern der Bundeswehr oder gar der NATO, keinerlei Anlaßbezogene Uniformtrageerlaubnis - im Gegensatz zu Reservisten der Deutschen Bundeswehr! - alle Reservisten der ehemaligen DDR gelten nach derzeitigem Recht nicht als Reservisten mit allen Rechten und Pflichten, sondern als Zivilpersonen - als hätten sie nie gedient und dabei in vielere Hinsicht an militärischer Expertise gewonnen!

 

Ausnahme: NVA-Soldaten, die in die Bundeswehr übernommen wurden (zumeist Unteroffiziere und Offiziere) und anschließend ehrenvoll entlassen wurden, für diese gelten die gleichen Rechte.

 

Der derzeitige Zustand ist nicht nur verfassungsrechtlich fragwürdig hinsichtlich Artikel 3 GG (Gleichbehandlungsgrundsatz), sondern wird von nahezu allen betroffenen ehemaligen NVA Soldaten, mit denen ich darüber sprechen konnte, als ausgesprochen ungerecht empfunden!

 

Das dieser fragwürdige derzeitige Rechtszustand auch für die Reserve und den Aufwuchs negative Folgen hat, ist klar: Hier ist ein weiteres großes Reservoir an "Humankapital", das als Folge eines moralisch und sogar verfassungsrechtlich fragwürdigen Rechtszustandes nicht genutzt wird!

 

Ich bin der festen Überzeugung, daß der Zulauf zu verfassungsfeindlichen Parteien wie der AfD auch  durch solche fragwürdige und unpopuläre Rechtspraxis gefördert wird, nicht gut für unsere FDGO! 

Aus all diesen Gründen plädiere ich persönlich dafür: Gleichbehandlung der ehemaligen NVA SoldatInnen mit den SoldatInnen der Bundeswehr, einmal Soldat, immer Soldat: Reservist ist Reservist!

Grundlage ist unsere FDGO und das Gelöbnis bzw. der Eid darauf, dieser müßte allerdings durch ehemalige SoldatInnen der NVA geleistet werden...

Dies ist ein wichtiger Aspekt der Reservistenarbeit, hier sind Betroffene aufgefordert sich zu engagieren und für die Herstellung eines gerechteren und rechtsstaatlicheren Zustandes einzusetzen!

 


 Hier die Stimme eines beruflich sehr erfolgreichen Kameraden, Oberstleutnant d. R. Ulrich Meyer, der unsere Meinung perfekt auf den Punkt bringt, mit freundlicher Genehmigung von "LOYAL", dem Organ des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr:

 "Die alten Kämpen wären als Erste an Bord!“

Ulrich Meyer spricht sich im Gastkommentar dafür aus, lebensältere Reservisten stärker in die Landes- und Bündnisverteidigung einzubinden. Das hätte den Vorteil, dass nicht nur die junge Generation die Lasten tragen müsste – ein echter Beitrag zur Generationengerechtigkeit, wie er meint.

 

  • Von Ulrich Meyer

https://www.reservistenverband.de/magazin-loyal/gastkommentar-ulrich-meyer/

gastkommentar loyal 

 

Hollands Königin Maxima ging zu den Reservisten und legte sich selbst die Tarnschminke auf. Dänemarks Frederik X. erließ den „Königsbefehl“: „Wenn wir angegriffen werden, verteidigen wir uns.“ Glückliche Monarchien: echte Führung. Von vorn, wie sich das gehört.

Wer könnte in unserer Demokratie helfen beim Führen von vorn? Die Tausenden von Reservisten, die es längst gibt. Die ihren Job in Tarnfleck draufhaben. Die ihren Beitrag leisten wollen. Die ruckzuck anpacken können. Ja, ich meine die Erfahrenen. Die aus dem Kalten Krieg, aus den Auslandseinsätzen, aus den Schnee-, Waldbrand-, Hochwasserkatastrophen. Keine Digital Natives, sondern analoge Bw’ler. Die Infrastruktur schützen, rückwärtige Räume dicht machen, Ungedienten unser Handwerk beibringen.

Das hätte nicht nur einen Vorteil: Minister Pistorius, Vater des Neuen Wehrdienstes, hätte aus dem Stand heraus ein paar Tausend Dienstgrade mehr. Er hätte damit im Paket gebucht: Lebenserfahrung plus Militärerfahrung. Und er hätte deutlich gemacht: Verteidigung geht uns alle an. Zudem hätte er die Debatte um „Generationengerechtigkeit“ – unsinnig, weil zum falschen Zeitpunkt – geschickt ins Leere laufen lassen. Denn die alten Kämpen wären als Erste an Bord, während die Gen Z noch diskutiert, ob Landesverteidigung überhaupt in ihre Lebensplanung passt.

In aktuellen Umfragen zeigen junge Leute zunehmend Zustimmung (gleich Wehrwillen?): „Bei einem Angriff auf Deutschland, würde ich mich zur Verteidigung bei der Bundeswehr melden.“ So weit, so gut. Das Problem dabei: Dann isses zu spät. Jetzt muss es losgehen. Jetzt muss Mann/Frau sich melden. Vorschlag: Voran gehen Tausende Reservisten. Und lassen andere folgen. So fügen sich drei Säulen zusammen – die frisch motivierten Berufs- und Zeitsoldaten, die personellen Früchte aus dem Neuen Wehrdienst und der Stamm der Altgedienten.

Es geht jetzt darum, Putins Pläne und die all seiner Nachfolger zu durchkreuzen. Damit das große Gemetzel ausfällt. Vorsorgen für Frieden.

Quelle: LOYAL, Organ des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr,  


Vollständige Abschaffung der Altersgrenze in der Reserve - Jetzt!

Die Reserve: Ist die Altersgrenze Ü65 noch Zeitgemäß?

Ich denke: NEIN, WEG DAMIT! Ein Thesenpapier von

Erich B. Ries

 

Momentan schreibt das Soldatengesetz bindend vor, dass eine Tätigkeit in der Bundeswehr über die Altersgrenze vom vollendeten 65. Lebensjahr hinaus ohne Ausnahme nicht möglich ist, dies ist unter keinen Umständen zugelassen und möglich, Ausnahmen werden grundsätzlich nicht gemacht! (1)

Dies gilt ebenso für die Reserve und die Reservisten:

Mit vollendetem 65. Lebensjahr ist Schluß, ob Obergefreiter oder Oberstleutnant, die vielen gesammelten Erfahrungen werden dann laut Gesetz nicht mehr gebraucht, das gilt ebenso für Oberstabsärzte wie für Mannschaftsdienstgrade, Unteroffiziere und Offiziere.

Besonders fatal war dies während der Coronakrise, als die Bundeswehr und die Reservisten dringend gebraucht wurden…

Die zentrale Rechtsgrundlage der Altersgrenze sowohl in der Bundeswehr als auch in der Reserve ist § 45 Soldatengesetz SG (Altersgrenzen)

Eintritt in den Ruhestand: Die Überschreitung dieser gesetzlich festgelegten Altersgrenzen führt gemäß § 44 SG zum Eintritt oder zur Versetzung in den Ruhestand. 

 

 

Vielfach wird an diese Frage mit der Fokussierung auf bestimmte einzelne Aspekte herangegangen und diskutiert, andere Aspekte werden jedoch mehr oder weniger vollständig ausgeblendet, sie werden demzufolge nicht analysiert und daher auch nicht in die Ergebnisse der Analyse einbezogen – kein Wunder also, dass sowohl die Vertreter der derzeit gesetzlich gültigen Regelungen als auch die Vertreter derjenigen, die eine vollständige Aufhebung oder Lockerung  der Altersgrenze in der Reserve anstreben, Argumente auf ihrer Seite haben: Dementsprechend ist die Diskussion entsprechend unfruchtbar, es werden zumeist Statements gegeneinander vorgebracht, eine wirkliche inhaltliche ergebnisoffene Diskussion, die die Komplexität dieser Problematik berücksichtigt, findet selten oder gar nicht statt!

 

Im Wesentlichen sind es mindestens 6 Aspekte, die in ihrer Gesamtheit die vielschichtige Problematik beleuchten und daher von mir im Nachfolgenden dargestellt werden, dabei verzichte ich schon aufgrund der flüssigeren Lesbarkeit weitgehend auf wissenschaftlich belastbare Statistiken und Daten. Dies ist ja auch keine militärwissenschaftliche Abhandlung, sondern eher ein Thesenpapier mit Argumenten…

 

1. Altersgrenze aufgrund des biologischen Alterungsprozesses

Es kann gar keinen Zweifel daran bestehen, dass der Alterungsprozess des Menschen im Grunde schon spätestens im Alter von ca. 30 Jahren beginnt, im Alter von 50 machen sich weitere Alterungsprozesse bemerkbar, die Körper und Geist beeinflussen: Die Muskulatur nimmt ohne entsprechende Gegenmaßnahmen (Training) ab und erschlafft zusehends und messbar, die Elastizität der Muskulatur verschlechtert sich ebenfalls, Muskuläre Verhärtungen und demzufolge Schwächen und Dysbalancen werden häufiger, damit gehen Verschlechterungen der Beweglichkeit und Spannkraft sowie der Vitalität und Dynamik einher. Auch degenerative Erscheinungen des Kapsel-Bandapparates und der Gelenke treten mit zunehmendem Alter vermehrt auf.

Ähnliches trifft auf das Kardiovaskuläre System, also Herz/Kreislauf zu: Infolge geringeren Trainings leidet auch dieses lebenswichtige System, nicht nur geringere Ausdauer und Leistungsfähigkeit, sondern auch Überlastungsschäden bis hin zum Herzinfarkt und Schlaganfall werden mit zunehmendem Alter häufiger…

 

Auf der kognitiven und mentalen Ebene lassen sich ebenfalls zunehmende Einschränkungen feststellen: Zunehmende Vergesslichkeit und Konzentrationsschwäche, größere geistige Unbeweglichkeit und insgesamt Nachlassen der geistigen Spannkraft und Flexibilität. Dagegen nimmt die Erfahrung kontinuierlich zu.

 

Allerdings besteht hier natürlich immer die Möglichkeit, dem ganzen Prozess durch körperliches und geistiges Training entgegenzuwirken.

 

So zeigte beispielsweise u. a. die Regensburger Karate-Studie Link Regensburger Karatestudie (google KI: https://www.google.com/search?q=regensburger+karatestudie&oq=regensburger+karatestudie&gs_lcrp=EgZjaHJvbWUyBggAEEUYOTIHCAEQIRigAdIBCTc1OTJqMGoxNagCDLACAfEFMcALBeA6QabxBTHACwXgOkGm&sourceid=chrome&ie=UTF-8 )

 unter Seniorinnen und Senioren, dass regelmäßiges Karate-Training sowohl zu körperlichen als auch geistigen signifikanten und messbaren Verbesserungen in nahezu allen physischen und mentalen Bereichen führten, und zwar in allen Altersstufen, insbesondere aber bei SeniorInnen. Es ist anzunehmen, dass dies verstärkt gilt und messbar ist, wenn dieses Ganzkörpertraining möglichst frühzeitig beginnt…

 

 

Menschen, die regelmäßig Sport treiben, wohlmöglich ein ganzheitliches System wie die Kampfkünste, haben daher sehr oft eine deutlich höhere Gesamtfitness (körperlich und mental) als deutlich jüngere Personen, sie sind oftmals insgesamt leistungsfähiger, in diesem Sinne gilt tatsächlich: „Alter ist doch nur eine Zahl!“

 

Wir sehen also: Die naturgesetzlichen Entwicklungen können durchaus beeinflusst werden, dies macht aber den Unterschied aus zwischen „jungen“ und „alten“ Seniorinnen und Senioren!

Ergebnis: Körperliche und geistige Fitness ist ein komplexer Prozess, der beeinflussbar ist und mit den gesamten Lebensumständen in Zusammenhang steht!

 

Am 17. Dezember 1856 schrieb der in Böhmen gebürtige Graf Radetzky von Radetz, wohl der berühmteste Soldat des 19. Jahrhunderts,  von Verona aus sein Abschiedsgesuch an Kaiser Franz Joseph I.:

 

„Euer Majestaet, die Gesetze der Natur zwingen mich nach 72 Dienstjahren und 90 Lebensjahren Euer Majestaet um die Allergnaedigste Enthebung von meinem Dienstposten Allerunterthänigst zu bitten…“

 

Der höchstdekorierte Soldat des 19. Jahrhunderts diente also aktiv 72 Jahre als Soldat, über eine Beendigung des Dienstes mit 65 Jahren hätte Feldmarschall Josef Radetzky von Radetz nur den Kopf geschüttelt: Seine bedeutendsten Siege errang der Feldmarschall erst in den Schlachten von Custozza (1848) und Novara (1849) während des Ersten Italienischen Unabhängigkeitskrieges – da war er bereits deutlich über 80 Jahre alt! Seine sicher vorhandenen altersbedingten Einschränkungen konnte er also mehr als kompensieren und erheblich jüngere Kommandeure schlagen…

Kurios dabei: Aufgrund seiner schwächelnden Gesundheit in der Jugend war diesem Offizier, der auch ein militärisches Grundlagenwerk, die „Feld-Instruktion für die Infanterie, Kavallerie und Artillerie“ verfasst hatte, zu Anfang sogar der Eintritt in das Militär versagt worden…( https://books.google.de/books/about/Feld_Instruktion_f%C3%BCr_die_Infanterie_Kav.html?id=7sO5-nbwms4C&redir_esc=y )

 

 

Um das Kapitel abzuschließen: Das Alter hat ja auch Vorzüge, die in diesem Zusammenhang meist nicht diskutiert werden: Besonderes Verantwortungsgefühl, Besonnenheit und mentale Stärke aufgrund von vielfältiger Erfahrung: In der Ukraine ist das Durchschnittsalter der Soldaten an der Front inzwischen deutlich über 40 Jahre, und es wird immer höher: Viele jungen Leute ziehen es vor, ins Ausland zu flüchten… junge und körperlich leistungsfähige Leute müssen auch bereit sein, für ihre Freiheit zu kämpfen und notfalls ihr Leben zu riskieren: Jugend, Gesundheit und Fitness sind keine Werte an sich, sondern müssen mit entsprechender mentaler und charakterlicher Stärke korrelieren…

So zeigte eine neue sozialwissenschaftliche Erhebung über die Einstellungen zur Wehrpflicht bei jungen Leuten zwischen 18 und 30 Jahren, daß nur 31% dieser Gruppe bereit wäre, für die Freiheit unseres Landes, für Demokratie und Grundrechte mit der Waffe in der Hand zu kämpfen…

 

2. Die internationale Sicherheits- bzw. Bedrohungslage.

Rußland, China, Nordkorea, Iran – und später noch die USA?

 

Die meisten Fachleute gehen davon aus, dass Putin innerhalb der nächsten Jahre die Nato angreifen könnte, wo sie am schwächsten ist, in der Hoffnung, auch dank seiner hybriden Kriegführung Spaltungsprozesse innerhalb des Bündnisses forcieren zu können.

 

Nach vorherrschender Meinung wird der Angriff auf die NATO-Staaten vor allem an der Ostflanke des Bündnisses erfolgen, also in kleinen Ländern wie Moldavien oder den baltischen Staaten, dabei dürfte der Suwalki-Korridor eine besondere Rolle spielen, wie viele Experten annehmen.

 

Die Situation ist bereits jetzt erheblich gefährlicher, weil der atomare Schutzschirm und auch die konventionelle Hilfe durch die USA immer ungewisser wird, der amerikanische Präsident Donald Trump die EU immer mehr als Konkurrenten betrachtet und Weltpolitik vorzugsweise als Mittel zur Bereicherung der USA und seines eigenen Clans sieht – gemeinsame Sicherheitsinteressen treten immer mehr in den Hintergrund, und damit sind wir geschwächt.

 

Deutschland wäre im Konfliktfalle die Drehscheibe eines Aufmarschgebietes des westlichen Bündnisses, über und durch Deutschland würden die Truppentransfers vor allem an die Ostflanke der Nato gehen….

 

Wir haben momentan nicht einmal annähernd die Truppenstärke, die angestrebt wird, um „Kriegstüchtig“ zu werden und damit eine glaubwürdige Abschreckung darzustellen.  Wie dies wirklich erreicht werden soll, ist momentan eher nebulös, hier scheint das Prinzip Hoffnung zu gelten!

Letzter Ausweg die Wehrpflicht – sie wird wohl und muß kommen, denke ich…

 

Wer sagt uns, dass die oben genannten diktatorischen Regime eine solche Situation nicht nutzen, um militärische und/oder politischen und wirtschaftlichen Nutzen daraus zu ziehen? Durch die Versuche der politischen Destabilisierung mit Hilfe von populistischen und rechtsradikalen Parteien wie der AfD, die nicht nur offiziell als „in Teilen rechtsradikal“ bezeichnet werden darf, sondern auch gezeigt hat, dass sie autoritäre Machthaber wie Putin oder Trump hofieren und im Ausland ihr eigenes Heimatland schlecht machen?

 

Wir haben auch von den diversen Spionagevorwürfen gegen die AfD nichts vergessen, die teilweise sogar zu rechtskräftigen Verurteilungen geführt haben…

Leider gibt es nur allzu viele Anzeichen dafür, dass sowohl die AfD keine Verfassungstreue und staatstragende Partei ist, und auch das BSW mit ihren „Putin-Verstehern“ kann sich schnell als Verbündeter des potentiellen Gegners erweisen.

 

Auch die bekannten Terrororganisationen IS und Co. Sind ja nicht weg, sie könnten mit hoher Wahrscheinlichkeit eine instabile Situation in Deutschland nutzen, um ihr Süppchen zu kochen – alles Fragen, die das militärische Denken, d. h. eine vorausschauende Militärische und Sicherheitspolitische Strategie und Taktik berücksichtigen muss und berücksichtigen wird, so ist jedenfalls zu hoffen!

 

3. Das militärische Denken ist und muß „Worst-Case“ Denken sein!

Si vis pacem, para bellum – „Wenn Du Frieden willst, bereite dich auf den Krieg vor.“

Diese Devise ist bereits über 1500 Jahre alt, sie stammt aus dem lateinischen Militärwesen und geht auf das Traktat De Re Militari des Vegetius (4./5. Jh. n. Chr.) zurück.

 

Sie ist heute immer noch Grundlage der Militärdoktrin der meisten Länder, in den vergangenen Jahrzehnten wurde sie in Deutschland „vergessen“, weil man in politisch maßgeblichen Kreisen nicht genügend hinter die Kulissen geschaut hat und an den andauernden Frieden glauben wollte…

Putin hat eigentlich schon mit seiner völkerrechtswidrigen Annektion der Krim 2014 gezeigt, was zukünftig zu erwarten ist, aber wir alle wollten das wohl nicht sehen! Fehler werden ständig gemacht, das liegt in der menschlichen Natur, aber wir alle sollten daraus lernen!

 

Selbst in der jüngeren Geschichte kennen wir Beispiele, wie sträflich es sein kann, wenn eine Regierung nicht mehr diese eiserne Regel der Friedenssicherung „Frieden durch Stärke“ beachtet: Die britische Regierung unter Neville Chamberlain hatte gegen Ende der dreißiger Jahre sich der Illusion hingegeben, Adolf Hitler ließe sich durch eine „Appeasement-Politik“ (Beschwichtigungspolitik) von seinen Plänen  abbringen und der Krieg ließe sich durch vielerlei Zugeständnisse verhindern – wie die Geschichte zeigt, war dies eine sträfliche Illusion!

 

Wir können von Glück sagen, dass Sir Winston Churchill das Ruder herumriss, sobald er Premierminister wurde: Seine berühmteste Rede „We shall fight on the beaches“   (war der gelungene Auftakt zu einer beispiellosen und gelungenen Mobiliserung der Bevölkerung und in Folge eine konsequente Umstellung auf Rüstungsproduktion. ( Diese berühmte Rede, die mich persönlich immer noch beeindruckt, ist sowohl als Tondokument als auch in Textform erhalten https://en.wikipedia.org/wiki/We_shall_fight_on_the_beaches )

 

Die Geschichte hat der Strategie Churchills in Gänze Recht gegeben, heute ist unumstritten, dass Sir Winston Churchill das einzig Richtige getan hat:

Gegen einen Adolf Hitler helfen keinerlei Argumente und Verträge wie ein „Nichtangriffspakt“, sondern nur die Politik der Stärke und der Offensive auf der ganzen Linie…

 

Geschichte wiederholt sich niemals in genau gleicher Form, aber es gibt durchaus Parallelen mit der Gegenwart, jetzt sind die Rollen zwischen Deutschland und Russland vertauscht: Auch Putin ist ein narzisstisch geprägter, vom Cäsarenwahn befallener Autokrat, der weder Skrupel hat, Kriegsgefangene oder Oppositionelle auch im Ausland ermorden zu lassen, noch sich an irgendwelche Zusagen oder Verträge, internationale Rechtsnormen und das Völkerrecht hält – ein Nachgeben ist Nahrung für das Ego eines solchen geltungssüchtigen Individuums, das wissen wir inzwischen.

 

Die Warnungen der allermeisten hohen Militärs und Militärwissenschaftler in den NATO-Staaten einschließlich unseres Heeresinspekteurs General Breuer sind also mit Sicherheit berechtigt!

 

 

Den Ukraine-Überfall hat Putin bis jetzt überwiegend mit Vertragssoldaten bestritten, aber seine Möglichkeiten sind zumindest theoretisch ungleich größer: Bei einer allgemeinen russischen Mobilmachung stünden ihm nach Schätzungen nicht ein paar hunderttausend Soldaten, sondern 5 Millionen militärisch ausgebildete Soldaten zur Verfügung, das Gesamtpotential beträgt ca. 20 Millionen Menschen… ( https://en.wikipedia.org/wiki/Russian_Armed_Forces#:~:text=In%20April%202025%2C%20Oleksandr%20Syrskyi,million%20people%20with%20military%20training

 

Wenn wir das berücksichtigen, sind die angepeilten Zahlen zum Aufwuchs der Bundeswehr und der Reserve geradezu fast naiv: Mit wenigen hunderttausend reguläre Soldaten und bestenfalls 200.000 Reservisten (nach Nato-Vereinbarung) gegen eine solche Armee antreten zu wollen – darüber lacht Wladimir Putin!

Die primär angestrebte Abschreckungswirkung, damit ein Krieg gar nicht erst geführt werden muss, erreichen wir damit mit Sicherheit nicht!

 

Ich persönlich denke, dass die vom ehemaligen Präsidenten des Reservistenverbandes Oberst d. R. Prof. Dr. Patrick Sensburg geforderten, deutlich höheren Zahlen mit Sicherheit realistischer sind, aber möglicherweise bei einer extremen Eskalation der Konflikte immer noch zu optimistisch…

 

Angesichts der Tatsache, dass militärisches Denken immer Worst-Case Denken sein muß, weil wir natürlich vom ungünstigsten Fall und nicht von einem Fall ausgehen dürfen, den wir uns alle natürlich wünschen würden, der dann aber sehr schnell in die Katastrophe münden kann, verwundert es mich dann schon, wenn das Personalamt der Bundeswehr und auch unsere oberste Bundeswehrführung kategorisch ablehnen, über mutige Neuerungen in der Reserve öffentlich nachzudenken und der Expertise des Reservistenverbandes mehr Raum zu geben!

Die vollständige Abschaffung der Altersgrenze in der Reserve (nicht bei der Bundeswehr, hier wäre der Vorschlag von einer Anhebung auf 70 Jahre (für Feiwillige) entsprechend dem Vorschlag unseres Wehrbeauftragten Henning Otte sicher eine erhebliche Verbesserung!

 

Immerhin war es der damalige Präsident des Reservistenverbandes, der sich von Anfang an gegen die Aussetzung der Wehrpflicht ausgesprochen hatte und damit besondere Weitsicht und Sachkompetenz zeigte – wie sich jetzt zeigt, eine richtige Beurteilung der Sachlage!

 

Die Politik hat es leider 2010 vorgezogen, die Wehrpflicht auszusetzen und wertvolles Material zu verschrotten und zu verramschen, was jetzt teilweise mit vielen Steuermitteln ersetzt werden muss…auch fehlen uns jetzt die Ausbilder, sodass die freiwilligen Meldungen für den Heimatschutz gar nicht aktuell voll berücksichtigt werden können, weil die Ausbilder gar nicht da sind!

Es liegt mir fern, mit dem Finger auf die Politik zu zeigen, Fehler und Fehleinschätzungen passieren natürlich ständig, aber wir sollten bereit sein, daraus zu lernen, auch wenn das bedeutet, liebgewordene und scheinbar selbstverständliche „Wahrheiten“ in Frage zu stellen!

 

Zurück zum Thema „Militärisches Denken“: Eine weitsichtige und umfassende militärische Strategie und Taktik, die auf Worst-Case Denken gründet, muss natürlich die weiter oben umrissenen krisenhaften Entwicklungen mitdenken bzw. vorausdenken: Infolge von eskalierenden militärischen Konflikten ist eine zunehmende Eskalation sozialer und politischer Konflikte innerhalb unseres Landes nicht nur denkbar, sondern sogar wahrscheinlich: Anzunehmen, dass die zumindest in Teilen nachgewiesen rechtsradikale AfD nicht versuchen würde, durch Stiftung von zusätzlichem Chaos und Destabilisierung sowie ggf. durch Sabotage, Spionage und terroristische Aktionen zugunsten des russischen Gegners die Macht an sich zu reißen, wäre wohl naiv….klar, dass das auch eine indirekte Unterstützung der russischen Aggression darstellen würde.

 

Vergessen wir dabei nicht die verschiedenen anderen politischen Hasardeure: Da sind noch die „Reichsbürger“, da sind die glücklicherweise nicht allzu vielen rechtsradikalen Elemente innerhalb der Bundeswehr selbst, und schließlich dürfen wir den Blick nach links nicht vergessen: Die Gruppen der Putin-Freunde und Putin-Versteher wie das BSW, der Autonomen, der Linksradikalen und weitere Gruppen sind ja auch noch da und wahrscheinlich in Teilen bereit, unsere Gesellschaft zu destabilisieren….

 

 Bei den Protesten der letzten Jahre haben wir gesehen, wie verletzlich unsere Infrastruktur und unsere Gesellschaft insgesamt ist: Da genügten recht wenige radikalisierte Bauern oder ebenfalls vergleichsweise wenige Aktivisten aus der Umwelt-Kleber-Szene, um den Verkehr stellenweise zum Erliegen zu bringen…

Mit welchem Personal soll dem eigentlich begegnet werden, wenn diese Situation eskaliert und verschiedener unterschiedlicher Verfassungsfeindliche Gruppierungen zeitgleich agieren?

 

Hier darf ja nicht aus dem Blick verloren werden, dass wir als Drehscheibe des Aufmarsches der NATO-Truppen einen reibungslosen Verkehrsfluss garantieren sollen und müssen…

 

In einem ernsthaften Konflikt brauchen wir weit mehr bereits ausgebildete Sicherheitskräfte als gegenwärtig – woher nehmen?

 

Hier bietet sich der Reservistenverband als Mittler zwischen unseren Streitkräften und den anderen „Bürgern in Uniform“ geradezu an: Die Mitglieder des Reservistenverbandes sind als besonders zuverlässige Elemente bekannt, auch ich habe meine Kameraden im Reservistenverband quasi als „Speerspitze der Demokratie und Freiheit“ kennengelernt, andernfalls wäre ich nicht Mitglied….

 

„Einmal Soldat, immer Soldat!“ höre ich oft von meinen Kameraden, ebenso „ Mein Eid auf unsere FDGO hat kein Verfallsdatum!“

 

Die allermeisten Mitglieder zeichnen sich durch ein zwar eher etwas konservatives Weltbild mit den klassischen Werten aus, sind aber bereit, für unsere nationale Souveränität, Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ihr Leben zu riskieren – wo finden wir denn sonst noch Leute, die aus Idealismus, zur Verteidigung ihrer Nation, Gemeinschaft und ihrer persönlichen Wertesysteme bereit sind, ihre eigene Haut zu Markte zu tragen und bedingungslos bereit sind, unsere Gesellschaft zu schützen?

 

4. Reservisten Ü 65 sind ineffektiv, weil zu alt und daher zu teuer? Die Volkswirtschaftliche Sicht.

 

Vergleichen wir die Kosten eines gewöhnlichen Bundeswehr-Angehörigen aus den Mannschaftsdienstgraden, auch ohne Auslands-Zulagen etc. mit denen eines Reservisten, dann ist die Bilanz für die Reservisten extrem positiv: Reservisten kosten nennenswertes Geld nur in der Zeit ihrer Beorderung, ansonsten üben sie freiwillig, sie halten das Netzwerk der Kameradschaft unentgeltlich am Leben…

 

Hier gibt es in der Argumentation derjenigen, die gegen eine vollständige Aufhebung der Altersgrenze in der Reserve sind, gewissermaßen einen Pleonasmus: Zuerst wird postuliert, ab 65 seien sie nicht mehr brauchbar und entsprechend einsetzbar, also sei jeder Euro für die Ü65 in der Reserve zum Fenster rausgeworfen, auch sei die Verwaltung viel zu teuer im Verhältnis zum Nutzen – es wird also etwas postuliert, was sodann mit den behaupteten Tatsachen „bewiesen“ wird…

 

Wir haben bereits weiter oben am Extrembeispiel von Feldmarschall Radetzky von Radetz gesehen, dass die Frage des biologischen Alters mitunter untergeordnet sein kann und dass wir sehr schnell Situationen bekommen können, wo zuverlässige staatstragende Elemente, die mit leichten Handfeuerwaffen umgehen können und eine Grundausbildung als Wachsoldat und Sicherungsposten sowie bestenfalls Grundlagenkenntnisse der rechtsstaatlichen Anwendung von Law Enforcement haben, existentiell wichtig werden können, da kommt es dann nicht auf die letzte Fitness an, sondern auf eine Mindestbelastbarkeit im normalen Polizeiähnlichen Einsatz zur Prävention und Bekämpfung von Sabotage der Infrastruktur usw. – die Ü65, die sich freiwillig in den RK zur Verfügung stellen und noch aktiv sind, werden in vielen, vielen Fällen diesen Grundanforderungen genügen…das entspricht zumindest meinen Erfahrungen.

  

Auf solche zuverlässigen absolut staatstragenden Elemente zu verzichten, weil sie einem m. E. überkommenen Altersanspruch nicht (mehr) entsprechen, wäre schon sehr blauäugig – oder können wir wirklich auf einen inzwischen beträchtlichen Anteil solcher Menschen, die einen der wesentlichen vielen aktiven Kerne unserer Demokratie bilden, einfach verzichten? Wohl kaum!

Vergessen wir auch nicht: Die Reservistenkameradschaften sind immer die ersten vor Ort, sie haben die beste Ortskenntnis, mehr noch als jeder Heimatschutz, sie stehen mit den Menschen vor Ort in regem persönlichem Kontakt und sind dort allgemein angesehen und akzeptiert! Zumindest ist dies bei der RK Bad Zwischenahn der Fall…

 

 

Die jüngeren Freiwilligen Ungedienten gehen, wenn sie denn einen Platz bekommen, zum Heimatschutz, die älteren Ü65 fallen völlig ungenutzt „hinten runter“ – eine Verschwendung wichtiger Ressourcen, ganz nebenbei grenzt das auch an Altersdiskriminierung…

 

Inzwischen haben sich die Positionen von CDU und SPD ein wenig in Richtung vorsichtige Anhebung der Altersgrenze für Spezialisten gelockert, aber immer wird dabei fast ausschließlich an Fachkräfte wie Ärzte und IT-Experten gedacht, nicht aber an die m. E. noch wichtigere Gruppe der Mannschaftsdienstgrade bis etwa Hauptfeldwebel – m. E. viel zu kurz gegriffen!

 

Wenn ich an die oben geschilderten Krisen-Situationen denke, nämlich soziale Unruhen und gesellschaftliche Destabilisierung, Aufwiegelung und Störaktionen, aber auch an Verkehrsblockaden, Sabotageaktionen und Terrorakte von links und rechts, dann komme ich zu dem Ergebnis, dass hier eine größere Gefahr besteht für koordiniertes Handeln sowohl der Bundeswehr als auch von Truppen, die sich einigermaßen gefahrlos durch unser Land an die Ostflanke begeben wollen/müssen!

 

Wer soll sich darum kümmern? Unsere Bundeswehr, die ohnehin zumindest momentan noch gehörig aufwachsen muss? Zumal wenn die Bundeswehr in Konfliktfeldern gebunden ist, die wir jetzt noch gar nicht überblicken können, sei es als Teil eines Nato-Mandatstruppe zur Sicherung eines Waffenstillstandes zwischen Ukraine und Russland oder in einem Kriseneinsatz in einem ganz anderen Konfliktgebiet? (Dies habe ich geschrieben, als der Grönlandkonflikt mit Trump und der Irankrieg noch nicht aktuell war, nämlich an den Weihnachtsfeiertagen 2025!)

 

Also, hier meine ganz persönliche Meinung: Volkswirtschaftlicher Unsinn, dass ausgerechnet der weitgehend ehrenamtlich tätige Teil der Reserve zu teuer sein soll! Nicht haltbar!

 

Einen weiteren wichtigen volkswirtschaftlichen Aspekt betrifft die Tatsache, daß es zwar eine verstärkte Nachfrage nach Dienst im Heimatschutz und auch als beorderter Reservist gibt, daß hier aber das Problem besteht, daß diese Soldaten im Berufsleben stehen und dafür auch freigestellt werden müssen, das gefällt den Unternehmerverbänden nicht immer besonders – aus ihrer Sicht natürlich verständlich, zumal wir ja ohnehin einen bekannten Fachkräftemangel haben.

Diese gesamte Problematik besteht bei Reservisten Ü 65 nicht!

 

Daher: Aus volkswirtschaftlicher Sicht brauchen ReservistInnen, die einen Großteil ihrer Funktionen ehrenamtlich wahrnehmen, allenfalls für besonders unangenehme und langweilige Tätigkeiten wie die Sicherung und Bewachung von militärischen Einrichtungen und Einrichtungen der öffentlichen Infrastruktur als Anerkennung eine kleine  „Aufwandsentschädigung“ erhalten, den Vergleich mit „Regulären“ nicht zu scheuen…!

 

Hier ist auch eines der Hauptprobleme der Politik sichtbar: Man spricht zu wenig mit direkt Betroffenen echten Experten, und das ist immer noch der Reservistenverband, man schiebt dessen ausgewiesener Expertise und Weitsicht beiseite und diskutiert mit den Mitbewerbern in der Politik über Scheinlösungen und Halbheiten wie einer Ausnahme von der Altersgrenze usw. usf. – Aktivismus, der uns gegenwärtig nicht weiterbringtechter Abbau von Bürokratie sieht leider anders aus!

Unser Wehrbeauftragter Henning Otte hat das Thema vorgegeben: Bürokratie abbauen und nicht weiter mit angezogener Handbremse weiterfahren!

 

5. Die Sozialpolitische und Sozialpsychologische Perspektive

Als man (unklugerweise) die damals allgemein akzeptierte Wehrpflicht „ausgesetzt“ hat, ist nicht nur große vorhandene militärische Infrastruktur verloren gegangen, sondern auch eine Menge Knowhow ist damit im Laufe der vergangenen 15 Jahre verloren gegangen bzw. ungenutzt in der Versenkung verschwunden, was wir jetzt wieder aufbauen müssen. Nur der Reservistenverband hat den Veteranen eine soziale Heimat, Kameradschaft und, nicht zu vergessen, Ausbildungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt!

 

Das ist nicht nur eine Frage der verschwendeten Ressourcen, sondern auch viel vorhandene Akzeptanz der Wehrpflicht ging verloren und muss jetzt mit viel Überzeugungsarbeit wieder hergestellt werden.

 

Keine leichte Aufgabe für eine Gesellschaft, in der teilweise ein recht hohes Anspruchsdenken herrscht: Der Staat soll alles richten, natürlich auch den Schutz unserer FDGO, inklusive den Minderheitenschutz und das soziale Netz – aber wehe, der Bürger selbst ist gefordert mit entsprechender Eigeninitiative und es wird gefordert, seinen Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten! Leider ist unsere Bürokratie nicht darauf vorbereitet, wenn das doch mal geschieht…

Wir haben hier in Deutschland glücklicherweise eine sehr hohe Akzeptanz von gemeinnütziger Tätigkeit aller Art, es zeigt auch den sozialen Zusammenhalt, den wir trotz aller Unkenrufen in Deutschland glücklicherweise haben…

 

Die Statistiken zeigen, dass viele der jungen Leute, die im Gegensatz zu uns Älteren das längere Leben noch vor sich habenteilweise wenig bereit sind, sich die vorhandenen Errungenschaften und Privilegien, die wir alle selbstverständlich genießen, vor Augen zu führen oder gar dafür aktiv zu kämpfen – das sollen gefälligst andere tun.

 

Ein Kritikpunkt an der Wehrpflicht ist allerdings nicht von der Hand zu weisen:

Der Vorwurf lautet, dass diejenigen, die solche Gesetze beschließen, davon persönlich nicht betroffen sind, weil sie nach gegenwärtiger Rechtslage einfach schon zu alt sind, nicht mehr als Soldaten bezeichnet werden dürfen und auch wenn sie gerne wollen gar nicht mehr unserem Land dienen dürfen!

Die Gesetze verbieten es ja einem wachsenden Teil der Reserve, trotz Ü 65 weiterhin aktiv zu bleiben!

Über die Köpfe eines Teiles der Bevölkerung hinweg, nämlich der Jungen Menschen,  wurden also durch die neuen Wehrgesetze massive Einschnitte in ihre Lebensplanung beschlossen – kein Wunder also, dass dies erhebliches potentielles soziales Konfliktpotential schafft und ggf. mit mehr Unzufriedenheit und Staatsverdrossenheit verbunden ist!

 

Dies können wir nicht allein durch aufwendige Werbung auf Kosten der Steuerzahler aufheben, sondern durch mehr Glaubwürdigkeit, indem wir zeigen, dass auch die „Alten“, soweit sie es können zumindest teilweise bereit sind, notfalls ihre eigene Haut zu Markte zu tragen und einen Teil ihrer freien Zeit zu opfern – dies ist ein wichtiges Argument, das erheblich zum sozialen Frieden beitragen könnte… ein weiteres Argument für die ersatzlose komplette Aufhebung der Altersgrenze in der Reserve!

 

Von Anfang an waren die Reservisten der Deutschen Bundeswehr ein sehr wichtiger Mittler zwischen Bürgern und „Bürgern in Uniform“ – das ist eine sehr wichtige Funktion, die zukünftig mit Sicherheit noch wichtiger werden wird, vor allem dann, wenn eine zunehmende Krisenentwicklung Opfer der Bevölkerung erfordert und zentrifugale Kräfte unser Gemeinwesen transformieren wollen…

 

Die Bundeswehr hat in den vergangenen Jahren seit Beginn des Völkerrechtswidrigen brutalen Überfalls von Putin auf die Ukraine erheblich an Akzeptanz gewonnen, das ist deutlich sichtbar. Wir haben es auch gemerkt, als wir im Juli 2025 in der RK unsere erste Militärische Übung abhielten: Als wir durch einen Teil des Dorfes in Uniform mit unseren Blueguns zu unserem Übungsgelände marschierten, konnten wir sehr viel Sympathie feststellen, aber nicht einen einzigen unfreundlichen Kritiker oder Skeptiker: Das wäre wohl vor einigen Jahren anders gewesen…

 

Ganz zum Schluß: Es ist natürlich nicht die Bundeswehr und der Reservistenverband, der den Unbeorderten Ü65 und den „Förderern“ dienen soll, sondern umgekehrt: Der Reservistenverband ist mit Sicherheit nicht dafür da, dem Ego von Unbeorderten Alten Ü65 und Ungedienten zu dienen, aber wenn die bislang ausgegrenzten „alten“ Soldaten Ü65 und potentiellen Soldaten und Ausbilder voll in die Reserve integriert würden, würde dies natürlich auch mit Sicherheit zu einer deutlichen Aktivierung derjenigen beitragen, die bislang enttäuscht abseits stehen, weil man ihnen so deutlich zeigt, daß man sie nicht mehr haben will…

 

 

6. Das kleine Pilotprojekt der RK Bad Zwischenahn

Fazit und Perspektiven

 

Im Frühjahr 2025 haben sich der Vorsitzende sowie Unteroffiziere und Offiziere der Reservistenkameradschaft Bad Zwischenahn zu einem ganz neuen Schritt in der Reservistenarbeit entschlossen: Sie planten eine außerhalb jeglicher Beorderung und außerhalb der vorgesehenen Regeln liegende gemeinsame Grundausbildung aller Mitglieder der RK in modularer Form, ganz unabhängig vom jeweiligen Status, also sowohl von Fördermitgliedern/Freiwilligen unter und über Ü65, „regulären“ Reservisten und Reservisten Ü65, vom Dienstgrad Jäger/Gefreiter bis Oberstleutnant.

 

Die erste große gemeinsame Übung fand bereits am Samstag und Sonntag, den 19./20.07.2025 statt – das war ein voller Erfolg!

Durchgeführt wurde ein ca. 7 km langer Marsch zu unserem Übungsgelände bei einer „gefährdeten Infrastruktur“, die Veranstaltung war natürlich bei allen Stellen angemeldet und genehmigt, sodass in Uniform marschiert wurde, die Förderer hatten sich einen Kampfanzug in Oliv ohne Rang- oder Hoheitsabzeichen besorgt und konnten bei allen Übungen teilnehmen!

Geübt wurden außerdem militärische Sichtzeichen, Orientierung im Gelände und Alarmposten mit vorgeschriebenen Meldungen.

 

Diese Veranstaltung mit Biwak auf dem Reservistengelände war die Initialzündung für kontinuierliches Üben bis zum heutigen Tag: Wir sind nicht allzu viele Kameraden, aber unsere regelmäßigen Treffen finden jetzt nicht mehr einmal monatlich, sondern inzwischen 3 x monatlich statt, die Motivation ist bei den TeilnehmerInnen sehr hoch, wir planen, diese Maßnahme wenn möglich mindestens so weiter fort zu führen, bis die ersten von uns eine möglichst komplette Grundausbildung hinter sich haben oder als Reservist wiederholt haben und bestenfalls in der Lage sind, neue Reservisten weiter (mit-) auszubilden…Dies alles ist als modulare Ausbildung geplant. Für die alten Haasen ist diese Wiederrholung ebenfalls sinnvoll, weil sie teilweise beordert wurden und hier Wissen und Können aufgefrischt wird…

 

Die ganze Geschichte hat unseren Staat bislang so gut wie keinen Cent gekostet, allerdings wurden uns von der BW die kompletten Biwak-Ausrüstungen inkl. Dackel-Garagen sowie Blueguns (G 36 und P8) zur Verfügung gestellt – ganz herzlichen Dank dafür! (Allerdings nicht in der beantragten und benötigten Menge).

 

Meine/unsere Wünsche an die Politik:

Aus meiner Sicht kann die Sache so weitergehen, allerdings würde ich mir für die Zukunft wünschen:

 

1. Ersatzlose Abschaffung der Ü65 Regel in der Reserve – das ist meine wichtigste Forderung, auch wenn sie momentan völlig illusorisch erscheint!

Wir können als Ü 65 und Förderer nur ganz selten einmal auf eine Einladung zum Gästeschießen hoffen – viel zu wenig und viel zu selten, selbst unsere höheren Offiziere Ü65 haben das gleiche Problem wie unsere Freiwilligen/Ungedienten: Da sie ihren Status als Soldaten verloren haben, sind sie ohne Möglichkeit, ihren erlernten Beruf jedenfalls ehrenamtlich aus Verantwortung weiter auszuüben…

 

2. Die offizielle Trageerlaubnis des Reservistenverbandes für Ungediente/Freiwillige/Förderer des Reservistenverbandes unserer bisherigen olivgrünen Kampfanzüge ohne Rang- oder Hoheitsabzeichen, aber mit Reservistenabzeichen für alle aktiven Förderer: Momentan bewegen wir uns ja als Förderer in einer rechtlichen Grauzone: Als Ungediente dürfen wir keine Uniform tragen, auch wenn wir gerade die gleiche oder ähnliche Ausbildung machen…mit diesem Kompromiss wären wir noch auf dem Boden der rechtsstaatlichen Regelungen, eine offizielle Erlaubnis dafür hätte aber den Vorteil, dass wir bei gemeinsamen Veranstaltungen der RK (zB. Volkstrauertrag mit Kranzniederlegung und Sammlung) alle in Uniform erscheinen können: Flagge zeigen wäre nicht nur im Sinne der Öffentlichkeitsarbeit und der öffentlichen Darstellung des Reservistenverbandes opportun, dies würde auch der Tatsache Rechnung tragen, dass wir allesamt gleichermaßen bereit sind, für unsere Gesellschaft, unsere Werte und unsere Freiheit unsere Haut zu Markte zu tragen…auch an eine Vereidigung könnte dabei gedacht werden.

 

3. Offiziere und Unteroffiziere sowie Mannschaften sollten grundsätzlich befördert werden können auch ohne Beorderung, sofern sie sich nachweislich regelmäßig aktiv weiter an der Ausbildung von Rekruten, auch der Ü65 und Förderer beteiligen, eine konkrete Ausgestaltung muss natürlich den Verantwortlichen der Führung des Reservistenverbandes in enger Zusammenarbeit mit der BW überlassen bleiben.

Diese ehrenamtlich erworbenen Dienstgrade wären dann zwar nicht Pensionsfähig, aber ein großer Anreiz für jung gebliebene Soldaten und Offiziere…

 

4. Ebenso sollten die absolvierten Module beurkundet werden, nicht nur als Anreiz, sondern auch zur Sicherstellung eines Mindestniveaus!

Vergessen wir nicht: 2025 haben sich 2000 Ungediente für die Ausbildung im Heimatschutz beworben, bei insgesamt nur ca. 700 offenen Ausbildungsplätzen!

Alles Aufgaben, die bislang nicht bewältigt werden konnten, die wir als kleine RK bereits in Ansätzen bewältigt haben und weiter bewältigen werden: Bei uns geht es nicht um Geld, sondern eben um eine sinnvolle Aufgabe, die wir als ehrenvoll betrachten und die wir lösen können!

 

Seit Frühsommer 2025 haben wir diese weitgehend kostenneutrale modulare Ausbildung erfolgreich praktiziert, einige Unteroffiziere unseres Ausbilderteams sind inzwischen beordert worden, haben uns aber schon versichert, daß unsere Ausbildung fortgeführt wird – herzlichen Dank dafür!

 

5. Mittel- und Langfristig muss natürlich gewährleistet werden, dass Verfassungsfeindliche Elemente von der Reserve konsequent ausgeschlossen werden und ausgeschlossen bleiben, hier muß künftig eine gründliche Sicherheitsüberprüfung bei allen Reservisten durchgeführt werden analog zur Bundeswehr.

Es gäbe also einige organisatorische Aufgaben, die durchaus im Einzelfall aufwendig sein können, aber m. E. unerlässlich sind, hier sind natürlich auch die Sicherheitsorgane wie der MAD in Zusammenarbeit mit dem Verfassungsschutz gefordert…

Es gibt also noch viel zu tun, aber nichts, was bei gutem Willen und Elan nicht zu bewältigen wäre….

 

 

Anmerkungen: 

Wer den Text liest, darf dabei nicht vergessen: Es handelt sich dabei nicht um das Bild eines Schreckenszenarius, von dem ich glaube, daß es eintreten wird, vielmehr ist es das Bild aus der Perspektive des militärischen Worst Case Denkens: Es ist nicht wahrscheinlich, sondern der Schlimmstanzunehmende Fall – darin besteht natürlich ein riesiger Unterschied!

Wer dies nicht berücksichtigt, kommt zu falschen Schlußfolgerungen: Der Autor leidet nicht unter Paranoia, sondern hat einen Worst Case Fall entworfen, der wahrscheinlich nicht eintritt!

 

Es schadet aber nichts, wenn wir uns dennoch darauf einstellen und möglichst alle von mir geforderten Maßnahmen treffen, weil zu viele Reservisten kaum ein Problem darstellen, zumal sie den Steuerzahler fast nichts kosten, zu wenig wäre aber fatal!

Ein zurzeit öffentlich diskutiertes Problem ergibt sich aus der Tatsache, daß nur die Ü65 nirgendwo um Freistellung für Reserveübungen nachfragen müssen, weil sie in der Regel nicht mehr im Berufsleben stehen! Der Wegfall der Altersgrenze in der Reserve dürfte also auch die Arbeitgeber besonders freuen!

 

 Dieses Thesenpapier habe ich um Weihnachten 2025 verfaßt, ich habe es sowohl unserem damaligen Präsidenten des Reservistenverbandes, dem Kameraden Oberst d. R. Prof. Dr. Patrick Sensburg, dem Wehrbeauftragten Kamerad Leutnant d. R. Henning Otte als auch unserem Verteidigungsminister Boris Pistorius geschickt, die Antworten auf mein Plädoyer für eine vollständige Abschaffung der Altersgrenze in der Reserve finden Sie weiter unten...

 

Oberst d. R. Helmut Micheles zum Thema Altersgrenze in der Reserve

Dieser Essay ist auch deshalb besonders interessant, weil Oberst Micheles ihn bereits im Jahre 2020 verfaßt hat, als von Putins Überfall auf die Ukraine noch keine Rede war!

Link: https://www.reservistenverband.de/magazin-die-reserve/der-eiserne-vorhang-altersgrenze-wie-waers-mit-neuen-wegen/ 

Der „Eiserne Vorhang“ Altersgrenze: Wie wär’s mit neuen Wegen?

Die Berichterstattung darüber, was Reservistinnen und Reservisten ab 65 Jahre, also ab Erreichen der besonderen Altersgrenze wissen müssen, hat viele Mitglieder bewegt. Oberst d.R. Helmut Michelis hat den in der Aprilausgabe erschienen Fragenkatalog zum Anlass genommen und seine Gedanken zu Thema aufgeschrieben. Ein Essay.

Mit Besorgnis beobachte ich die gegenwärtige Diskussion um die über 65-jährigen Reservisten, zumal ich „ganz plötzlich und unerwartet“ seit einigen Monaten selbst dazu gehöre. Berufsarmee und Ehrenamt offenbaren in dieser Frage scheinbar unüberbrückbare Gegensätze: Die „Firma“ Bundeswehr argumentiert kühl und mit starkem Bedürfnis zur juristisch perfekten Regelung. Das passt zum Stil eines allgemein üblichen Managements, das sämtliche denkbaren, auch unwahrscheinlichen Risiken ausschließen will und deshalb deutlich weniger um eine positive Außenwirkung und die Stimmung dieser enttäuschten Ehemaligen bedacht ist.

Sehr häufig ist es in unseren Reihen doch so: Schon nach den ersten Lockerungen der Wehrpflicht war jedes Engagement als Reservist für die Bundeswehr freiwillig. Man leistete Dienst aus Überzeugung ähnlich eines Engagements bei der Freiwilligen Feuerwehr oder in einem am Herzen liegenden Verein und wundert sich dann, warum wegen einer bloßen Zahl dann abrupt Schluss sein soll.

Für die betroffenen Reservisten geht es also mehr um weiche Faktoren, dem Gefühl, doch weiter gebraucht werden zu wollen und nicht zuletzt um den Wunsch, wertgeschätzt zu werden und sich weiter mit soldatischem Hintergrund engagieren und zeigen zu können. Da trifft die juristische Einordnung im Status Zivilist oder Gast für die über 65-Jährigen schon vom Begriff her ins Mark. Zivilist? Bäh! Einmal Soldat, immer Soldat. Und die Abschaffung der Reservistenkordel hat die Gräben erst recht aufgerissen.

Da steht es nun schwarz auf weiß: Die Älteren sind von Dienstlichen Veranstaltungen (DVag) selbst als Helfer endgültig ausgeschlossen. Vielleicht war das juristisch schon immer so, es wurde aber zumindest in meinem Umfeld anders gelebt und hat manche große DVag personell am Leben gehalten. Die über 65-Jährigen haben ihr militärisches Wissen (wie um die Organisation eines Schießens oder eines Marsches) doch nicht plötzlich vergessen. Und sie haben – einen unschätzbarer Vorteil gegenüber berufstätigen Kameraden – viel planbare Freizeit, zum Beispiel, wenn es um die Vorbereitung von komplexeren Veranstaltungen geht. Für den Reservistenverband wird damit die vertiefte Grenzziehung vielleicht sogar zur Überlebensfrage: Was soll ich als Älterer noch in einer Umgebung, die mich erklärtermaßen nicht mehr will? „Sagen Sie mal was dazu“, haben mich meine Kameraden deshalb aufgefordert.

Ja, aber auch wenn es weh tut, geht es zunächst einmal um die Schlüsselfrage: Gibt es überhaupt einen Bedarf für die über 65-jährigen Freiwilligen in und um die Bundeswehr? Jeder Einzelfall ist anders, doch im Groben vielleicht so zu skizzieren: Braucht man ältere Reservisten, die nicht mehr die Trainiertheit eines 19-jährigen Panzergrenadiers, wohl aber einen breiten militärischen Erfahrungsschatz besitzen? Die offizielle Antwort aus dem Ministerium lautet kurz und knapp: Nein. Meine Erfahrungen sind da gänzlich anders. Gleich mehrere Dienststellen hätten mich gern weiter als Reservist eingesetzt, erst recht jetzt in Zeiten der Pandemie, stellten aber bei dem Versuch schnell resigniert fest: Das geht grundsätzlich nicht, sogar Ausnahmeregelungen existieren erstaunlicherweise nicht. Funktioniert also der Meldeweg nach oben nicht? Oder bin ich (im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) bloß eine Ausnahme? Ich bin jedenfalls freiwillig bereit, mich weiterhin in den Dienst unserer Bundesrepublik Deutschland zu stellen und würde das natürlich am liebsten in meinem gewohnten Umfeld tun.

Neuer Status Zivilreservist?

Was spricht eigentlich dagegen, die alte Altersgrenze zu überprüfen? Im Laufe meiner 46 Jahre in der Bundeswehr habe ich erlebt, dass sich alle möglichen, angeblich unverrückbaren Grenzen immer wieder der Lage angepasst, also verändert haben: die jetzt je nach Dienst und Einsatz sinnvoll abgestuften Tauglichkeitskriterien, die Erweiterung der Teilnahme an Wehrübungen von 60 auf das 65. Lebensjahr, die vereinfachte Uniformtragerlaubnis, um nur drei Beispiele zu nennen. Warum sollte es also nicht möglich sein, die Altersgrenze auf 67 erhöhen, wie es auch beim Renteneintritt längst geschehen ist? Oder gleich auf 69, wenn ich mir die Senioren in meinem Fitness-Studio so anschaue? Warum diese Grenze nicht komplett aufheben, wie es bei den Ehrenamtlichen im Technischen Hilfswerk bereits seit 2013 der Fall ist, wo längst allein Bedarf, Bereitschaft und Gesundheit zählen? Warum nicht den Status eines „Zivilreservisten“ (ein schönerer Begriff lässt sich gewiss finden) einführen, der analog der Wehrverwaltung des Bundes seinen Dienst auf Zeit in Stäben, militärischen Behörden oder Landeskommandos weiter leistet?

Und was das Teilnahmeverbot an DVag angeht: Diese Regelung führt am Rande zu der absurden Situation, dass solche Veranstaltungen zwar mit offizieller Unterstützung beispielsweise durch das Technische Hilfswerk oder Rettungsdienste durchgeführt werden dürfen, über 65-jährige Reservisten aber diesen Organisationen beitreten müssten, um weiterhin unterstützen zu können. Zählt da eine Reservistenverbands-Mitgliedschaft nicht? Zu allerletzt: Wenn die gut gemeinte Abschaffung der Reservistenkordel sich für die über 65-Jährigen doch als Bärendienst erwiesen hat: Warum nicht den Mut aufbringen, sie wieder einzuführen oder eben ein anderes Kennzeichen wie ein graues Barett oder andersfarbige Dienstgradabzeichen für Veteranen, wenn es der aktiven Truppe so wichtig ist, unterscheiden zu können. Oder wäre eine Art Arbeitsdress im Stile einer feldtauglichen Reservistenverbands-Dienstbekleidung im historischen Oliv ein möglicher Weg?

Kameradschaft grenzt nicht aus

Bleibt die provokative Frage, ob es sich Bundeswehr und Verband angesichts der sicherheitspolitischen Entwicklungen und einer schrumpfenden Bevölkerung leisten wollen, auf mutmaßlich Tausende freiwilliger und tatendurstiger Grauhaariger zu verzichten. Klar, einfacher ist es aus bürokratischer Sicht allemal. Aber gibt es für die über 65-Jährigen wirklich keine sinnvolle Verwendung mehr außer als Geschichtenerzähler beim Kameradschaftsabend? Ich hoffe, dass sich unsere Verbandsführung mit aller Macht für die treuen langjährigen und engagagierten Mitglieder einsetzt – als eindeutiges Signal im Sinne der mit Recht stets intensiv beworbenen Kameradschaft, die niemanden ausgrenzt.

Schlagworte: Altersgrenze Reservisten, Altersgrenze Oberst Helmut Michelis, Kritik Altersgrenze Oberst Michelis

Zu diesem Thema habe ich bereits Sommer 2025 mit dem damaligen Präsidenten des Reservistenverbandes der Deutschen Bundeswehr, Oberst Prof. Dr. Patrick Sensburg kommuniziert, und auch dieser hat meine Auffassungen zu diesem Thema weitgehend bestätigt!

 

Meine bisherigen Aktivitäten zum Thema "Ersatzlose Streichung der Altersgrenze in der Reserve" in den Medien (Auszug, berücksichtigt die meisten Posts auf Instagram und Facebook überwiegend NICHT!)

Der Wehrdienst sollte auf mehr Jahrgänge ausgeweitet werden! | MEINUNG

Stand: 05.12.2025, 13:08 Uhr

Die Wehrdienstreform kommt: Damit will die Regierung mehr junge Menschen zu einem Dienst bei der Bundeswehr locken. Kolumnistin Minh Thu Tran fragt: Warum wird nicht ernsthafter darüber diskutiert, die Landesverteidigung auf mehr Schultern zu verteilen?

 

Link: https://www1.wdr.de/politik/impuls-wehrdienst-beschlossen-100~_sortNewestFirst-true.html?sortingOrderReversed=Neueste+zuerst#sortingForm 

Mein Kommentar ist Nr. 91 von 155 Kommentaren

Erich B. Ries

07.12.2025, 14:02 Uhr

Interessanter Artikel! Ein Teil des besonders motivierten Potentials wird LEIDER noch ausgeklammert: Das sind die Ü65! Ich selbst bin 70 Jahre alt und aktives Mitglied des Reservistenverbandes, ich nehme auch noch an Übungen im Gelände teil, leider ist meiner Altersgruppe das meiste verboten, obwohl wir vieles noch können! Wir brauchen für den Heimatschutz noch sehr, sehr viele motivierte Leute zur Entlastung der aktiven regulären SoldatInnen, sei es beim Schutz der gefährdeten Infrastruktur, bei Objektschutz und Überwachungen, oder als Spezialisten in Medizin oder anderen einschlägigen Feldern! Wir Alten müssen nicht mit hohem Sold gelockt werden: Ich brauche keinen Sold, ich habe ja meine kleine Rente, die Ehre, unsere Freiheit mit verteidigen zu können, ist genug! Der Reservistenverband steht dem Wegfall der Altersbeschränkungen in der Reserve positiv gegenüber, nur die Politik und der Gesetzgeber müssen sich hier bewegen! Weg mit der Altersgrenze in der Reserve, schnellstmöglich!

 

 

Kann die Bundeswehr auf diese Männer verzichten?

Deutschland soll kriegstüchtig und wehrhaft werden, doch Millionen Reservisten dürfen nicht helfen. Sie gelten als zu alt. Diesen Veteranen geht das gehörig gegen den Strich.

Tim Prahle

02.12.2025, 13:38 Uhr

Hamburg - Die Bundeswehr plant, ihre Reserve in den kommenden Jahren massiv aufzustocken, um die aktive Truppe zu entlasten und kritische Infrastruktur zu schützen. Hierfür sollen künftig 200.000 Reservisten zur Verfügung stehen. Der neue freiwillige Wehrdienst soll dafür unter anderem sorgen. Anderswo ist das Potenzial verbaut: Nur Personen unter 65 Jahren gelten offiziell als wehrrechtlich verfügbar. Laut Schätzungen gibt es in Deutschland jedoch theoretisch Millionen Reservisten, die diese Altersgrenze überschritten haben und damit außen vor sind.

Reservistenverband übt Kritik

 

Weder als Ausbilder, noch im Innendienst oder im Sanitätsdienst dürfen sie helfen, selbst wenn sie es wollen. Der Reservistenverband kritisiert diese pauschale Regelung seit Langem. Hier schildern drei Männer aus Niedersachsen, warum für den Einsatz von Reservisten nicht das Lebensalter entscheidend sein sollte.

Link: https://www.nwzonline.de/politik/reservisten-in-deutschland-altersgrenze-bei-der-bundeswehr-sorgt-fuer-kontroversen_a_4,2,3009412160.html 

 Erich Ries

6. Dezember 2025

Das ist keine Frage des Alters, sondern der Einstellung!
Ich bin aktives Mitglied im Reservistenverband und würde mich freuen, mit meinen 70 Jahren auch offiziell an Wehrübungen und Weiterbildungen teilnehmen zu können!
Wir brauchen ALLE, die es wollen und können, nicht nur die jungen Leute!
Der Reservistenverband steht dem sehr positiv gegenüber, jetzt muss das nur noch politisch und gesetzlich umgesetzt werden, das ist längst überfällig! Schluss mit der Altersgrenze in der Reserve!

 

Kommentar zu dem Artikel 

Personalstärke November 2025: Leichte Verschiebung, in: Augen geradeaus!

https://augengeradeaus.net/2025/12/personalstaerke-november-2025-leichte-verschiebung/

1.       Erich B. Ries sagt:

15.12.2025 um 22:31 Uhr

Schön, das aktuelle Zahlen vorliegen! Diese machen vor allem eines deutlich: Angesichts der Bedrohungslage sind es viel zu wenig!
Im V-Fall brauchen wir viel mehr SoldatInnen! Hier bietet sich die Reserve an, aber wenn wir nicht schleunigst die überholte Altersgrenze von 65 in der Reserve abschaffen, werden wir mit Sicherheit noch grössere Probleme bekommen! Wollen wir wirklich abwarten, bis sich diese Erkenntnis auch bei der Bundeswehr durchsetzt? Diese politische Entscheidung muss auf politischer Ebene getroffen werden, je schneller, desto besser!
Komplette Abschaffung der Ü65- Regel ist das Gebot der Stunde!

 

  1. Danke, @Closius und @Marcus! Ich stelle fest, dass die Positionen der Politik sich bereits innerhalb der zurückliegenden Monate deutlich verändert haben: Sowohl SPD als auch CDU stehen einer Abschaffung der Altersgrenze in der Reserve deutlich positiver gegenüber, da ist Bewegung drin!
    Das Personalamt der BW ist letztlich auch Weisungsgebunden, wenn eine politische Mehrheit für die komplette Abschaffung der Altersgrenze entsteht (nur das macht Sinn!).

    Momentan mag das noch eine Minderheitsmeinung sein, aber ich glaube fest an die Kraft der politischen Willensbildung: Die Vernunft wird sich auch hier durchsetzen: Jede und jeder, der es körperlich und geistig noch kann, soll unabhängig vom Alter unsere Demokratie und unsere Freiheit als ReservistIn verteidigen können!
    Das Personalamt der Bundeswehr ist nicht der allmächtige Gott, sondern untersteht den gesetzlichen Regelungen, die sich aus politischen Mehrheiten ergeben!
    Ich bin ganz sicher: Die Altersgrenze un der Reserve wird abgeschafft werden, dafür kämpfe nicht nur ich, sondern viele KameradInnen in der Reserve!

     

    Bundeswehr:Reservistenverband fordert Entsendung deutscher Soldaten nach Grönland

    Mein Kommentar ist einer von ca. 367 Kommentaren

    Link https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-01/bundeswehr-reservistenverband-groenland-usa-donald-trump-annexion-gxe

    EB

    Erich B. Ries

    vor 2 Stunden

    Leider ist die USA unter der Präsidentschaft von Donald Trump nicht nur kein zuverlässiger Bündnispartner mehr, sondern stellt jetzt eine potentielle Bedrohung der internationalen Rechtsnormen und der Sicherheit dar, dem müssen wir Rechnung tragen.

    Bedeutet: Der Präsident des Reservistenverbandes, Oberst Prof. Dr. Sensburg hat auch in diesem konkreten Fall absolut recht, wenn er die dauerhafte Stationierung von europäischen Truppen auf Grönland im Einvernehmen mit Grönland und Dänemark fordert!

    Die zusätzlichen Argumente des Präsidenten des Reservistenverbandes machen ebenfalls Sinn.

    Trump ist nicht Putin, aber auch ihm gegenüber dürfen wir keine Schwäche zeigen, die eindeutige Botschaft muss lauten: Bis hierhin und nicht weiter!

    Hier zeigt sich auch, wie sinnvoll die Forderung des Reservistenverbandes war und ist, die Altersgrenze in der Reserve Ü65 ohne wenn und aber schnellstmöglich komplett aufzuheben!

    Vom Gefreiten bis zum Oberstleutnant, wir können in der Reserve jede und jeden Verfassungstreuen gebrauchen, nicht zu vergessen die Ungedienten, ob jung oder Lebensälter Ü65 - lasst uns endlich ALLE Potentiale nutzen: In dieser Welt erzielen wir mehr Sicherheit und Frieden nur durch Stärke: Der Reservistenverband könnte ein bisher grosses ungenutztes Potential nutzen, wenn man die Positionen des Verbandes unvoreingenommen erwägt, dazu muss Bürokratie abgebaut und neue Wege beschritten werden! Heisst: Schnellstmögliche komplette Abschaffung der Altersgrenze in der Reserve!

    ⭐️ 1

     

     

 

 

Offener Brief: Ausbildung Ungediente

Auf der Seite "Ungedient.de" hat der Herausgeber einen offenen Brief, u. a. an unseren Verteidigungsminister Pretorius veröffentlicht, den ich hier kommentiert habe:

 

Erich B. Ries auf 30.01.2026

Herzlichen Dank, Daniel!
Ich habe den Eindruck, dass man an den massgebenden Stellen bis heute die potentielle Bedeutung der Reserve noch nicht wirklich erkannt hat.
Mein Thema ist vor allem die Altersgrenze Ü65 in der Reserve: Hier geht es um eine ehrenamtliche Tätigkeit, die den Staat faktisch gar nichts kostet, aber die BW in vielfacher Hinsicht entlasten kann: Ü65 Unteroffiziere und Offiziere bilden Ungediente aus, nach der Ausbildung können diese ebenfalls zur Ausbildung neuer Ungedienter herangezogen werden – das alles fast zum Nulltarif!
In unserer RK machen wir dies jetzt seit 7/2025 so, unsere Kameradschaft hat dabei nur gute Erfahrungen gemacht, wir werden dieses Konzept weiter verfolgen.
Manchmal ist es sinnvoll, einfach mal machen, wenn es erfolgreich ist, kann das Modell öffentlich propagiert werden!
Ich bin 70 Jahre, Ungedient und nehme wie meine etwas jüngeren KameradInnen an allen internen Übungen drinnen und draussen teil.
Die Abschaffung der Altersgrenze IN DER RESERVE ist längst überfällig, Putin freut sich darüber, wenn wir einen wichtigen Teil unseres Potentials weiterhin ungenutzt lassen!
Das gilt nicht nur für die Spezialisten, sondern auch für einfache Mannschaftsdienstgrade: Wir können alle Lebensälteren, sofern sie auf dem Boden unserer Verfassung stehen und können und wollen gebrauchen!
Daher: Ersatzlose Streichung der Altersgrenze IN DER RESERVE!

 

Bundeswehr:Thomas Röwekamp will Soldaten notfalls zu Litauen-Einsatz verpflichten

Link: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-02/bundeswehr-thomas-roewekamp-soldaten-litauen-brigade-pflicht#cid-80014561

Der Bundeswehrbrigade in Litauen mangelt es einem Bericht zufolge an Personal. Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses schließt einen verbindlichen Dienst nicht aus.

16. Februar 2026, 1:33 UhrQuelle: DIE ZEIT, dpa, eca

2 Min.

81KommentareZusammenfassen

 

Erich B. Ries

gestern (16.02.2026)

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Wer Soldat wird, sollte wissen, worauf er sich einlässt: Wir. Dienen. Deutschland. ist ja wohl keine blosse Propaganda, sondern Kern der Sache: Soldat sein ist ggf. nicht nur Beruf, sondern bestenfalls Berufung.

Als Soldat muss ich darauf vertrauen, dass die Politik die richtigen Entscheidungen trifft, Soldaten setzen diese dann um.

Die Litauen-Brigade ist gut und notwendig, sie ist Ergebnis gestaltender Politik und auch moralisch geboten.

Insofern ist es NATÜRLICH völlig ok, wenn ein Einsatz im Ausland angeordnet wird, wenn sich nicht genügend Freiwillige finden!

Was ich sehr viel ärgerlicher und geradezu schädlich finde, ist die Altersgrenze Ü65 in der Reserve: Aufgrund eines überkommenen Gesetzes ist es Menschen Ü 65 verboten, an Wehrübungen und Ausbildungen der Bundeswehr teilzunehmen: Dadurch verzichten wir ohne Not auf eine Reserve von schätzungsweise über 100.000 Mann!

Die vielen lebensälteren besonders engagierten Ü 65 Mitglieder des Reservistenverbandes werden aufgrund eines überholten Gesetzes an den Rand gedrängt, sobald sie 65 geworden sind: ein Unding!

Um auf Litauen zurück zu kommen: Mehr aktive Reservisten hier bedeutet Entlastung für die Bundeswehr! Wir brauchen jeden Mann und jede Frau, wer unserem Land dienen will, sollte dies unabhängig vom Alter tun können, wenn sie/ er es kann!

Weg mit der Altersgrenze in der Reserve, dann brauchen die Lebensälteren nicht am Rande stehen und die Bundeswehr wäre entlastet!

 

Schreiben an den Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages Herrn Leutnant d. R. Otte Per email März 2026 mit Dateianhang 

 

Vollständige Abschaffung der Altersgrenze in der Reserve

Erich Ries <[email protected]>

AnhängeFr., 6. März, 16:36 (vor 9 Tagen)

 

 

an wehrbeauftragter


Sehr geehrter Wehrbeauftragte Herr Leutnant d. R. Otte,

 

mit Freude habe ich gelesen, dass Sie kürzlich für eine Erhöhung der Altersgrenze in der Bundeswehr auf 70 Jahre eingetreten sind, das finde ich großartig und mutig, aber absolut richtig!

 

Zumal da dies ja wohl freiwillig ist, das heißt für diejenigen, die können und wollen, das sind diejenigen, für die immer noch gilt „Einmal Soldat, immer Soldat!“

 

Für den Reservistenverband möchte ich folgendes empfehlen:

 

Vollständige Abschaffung der Altersgrenze aller Dienstgrade!

 

Ich selbst bin im November 70 Jahre alt geworden und nehme an allen Verbandsinternen Ausbildungen in unserer Reservistenkameradschaft drinnen und draußen teil, inklusive Märsche, Alarmposten im Gelände usw. – weil ich will und kann und es für sehr sinnvoll halte!

 

Seit letztem Jahr haben wir in unserer RK ein kleines Pilotprojekt laufen: Alle Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften bilden alle Verbandsintern, die wollen und können militärisch aus, unser Ziel ist eine Verbandsinterne Grundausbildung und später bei Bedarf auch noch mehr…für manche als Wiederholung, für Freiwillige wie mich als Beginn der Grundausbildung...

 

Alle Beteiligten machen das Ehrenamtlich, auch um sich selbst fit zu halten, wir machen nicht sehr schnelle, aber sichere Fortschritte…

Unser Ziel ist nicht Selbstzweck, auch wenn wir persönlich viel Spaß daran haben, sondern die Fähigkeit der RK Bad Zwischenahn, sowohl die Bundeswehr bei der Ausbildung von Ungedienten zu entlasten, als auch Hilfsdienste wie ggf. Objektschutz und Sicherungsposten zu stellten etc.

 

Ich persönlich denke, daß eine vollständige Aufhebung der Altersgrenze in der Reserve ein riesiges neues Potential an Ausbildern erschließen könnte, davon bin ich fest überzeugt!

Auch könnte dies die BW bei den anstehenden Musterungen entlasten, wenn der eine oder andere Stabsarzt, der die Ü65 überschritten hat, zurückkommen kann!  

 

Weil mich dieses Thema schon eine Zeit lang beschäftigt, habe ich um Weihnachten herum ein elfseitiges Papier dazu erstellt, indem ich vor allem die dafür sprechenden Argumente diskutiere.

Das Ganze ist keine Militärwissenschaftliche Abhandlung, sondern gewissermaßen ein Thesenpapier, dass Sie im Dateianhang finden!

 

So weit ich die Position unseres Präsidenten Oberst d. R. Prof. Dr. Patrick Sensburg einschätzen kann, liegt er nicht allzu weit mit mir auseinander…

 

Natürlich müsste über vieles im Detail gesprochen werden, und ich wäre sehr gerne bereit, die ganze Sache organisieren zu helfen, da dieses Projekt eine Herzensangelegenheit ist und ich mir einen sehr großen Erfolg zum Wohle unserer Wehrhaften Demokratie, aber auch der Beteiligten Ü65, die bislang am Rande stehen mußten erhoffe!

 

Die Antwort des Wehrbeauftragten Leutnant d. R. Henning Otte durch seine Beauftragte war durchaus positiv:

 

 

 

 

Der Wehrbeauftragte

 

Informationsspalte

Platzhalter Informationsspalte

 

Sehr geehrter Herr Ries,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 6. März 2026 an den

Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages,

Herrn Henning Otte. Über für Ihr freundliches Lob hat er sich

sehr gefreut und mich gebeten, Ihnen zu antworten.

Schon seit längerer Zeit plädieren die Wehrbeauftragten in ihren

Jahresberichten dafür, die starre Altersgrenze für Reservisten zu

flexibilisieren. Als parlamentarisches Kontrollorgan kann der

Wehrbeauftragte jedoch nur Empfehlungen hinsichtlich etwaiger

Gesetzesänderungen aussprechen. Die konkrete Ausgestaltung

obliegt dem Gesetzgeber, also dem Parlament. Dessen

Entscheidung, ob es sich dem Thema in einer parlamentarischen

Beratung widmet, gilt es daher abzuwarten.

Sie können sich darüber hinaus mit Ihrem Vorbringen auch an

den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages wenden, um

sich gegebenenfalls für eine Gesetzesänderung einzusetzen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie unter

https://epetitionen.bundestag.de/

Für Ihr herausragendes Engagement in der Reservistenarbeit und

das dem Wehrbeauftragten entgegengebrachte Vertrauen bedanke

ich mich und wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

im Auftrag

 

 

Annika Blümel

 

 

Bundeswehrverband fordert schnellere Aufrüstung

Wegen der militärischen Schwäche Europas und des Verhaltens der US-Regierung sieht der Bundeswehrverband eine "Abschreckungslücke". Diese könnte Putin ausnutzen.

26. März 2026, 5:22 UhrQuelle: DIE ZEIT, dpa, Reuters, AFP, htg

2 Min.

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 Link: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-03/bundeswehrverband-andre-wuestner-aufruestung-gefahr-russland-abschreckung-gxe#comments

  

  

  

Erich B. Ries

vor 22 Stunden

Militärisches Denken ist und sollte primär WORSTCASE-Denken sein!

Das bedeutet: Niemand kann in die Zukunft blicken, aber aufgrund diverser Erkenntnisse können wir unterschiedliche Szenarien entwerfen, auf die wahrscheinlichen und auch auf die DENKBAREN sollten wir vorbereitet sein: Souveränes flexibles Situationsadäquates Reagieren funktioniert am besten aus einer POSITION DER STÄRKE heraus!

Soldaten bereiten sich auf das SCHLIMMSTE Szenario vor, die Politik in einer Demokratie entscheidet!

Unter dieser Prämisse denke ich auch, dass wir schneller aufrüsten müssen, vor allem müssen wir an der Personalstärke arbeiten!

Allzuoft wird die RESERVE in diesem Kontext vergessen: Hier ist es dringendst geboten, endlich die überholte Altersgrenze Ü65 in der Reserve ersatzlos komplett zu streichen, Putin und andere freuen sich, wenn wir es NICHT TUN!

 

 Schreiben an Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius

per email am 21.03.2026

 

Sehr geehrter Herr Verteidigungsminister Boris Pistorius,

 

als aktives Mitglied des Reservistenverbandes der Deutschen Bundeswehr möchte ich mich heute an Sie mit einer Bitte wenden: Bitte vergessen Sie bei ihren wichtigen und richtigen Bemühungen um die Bundeswehr und deren Kriegstüchtigkeit nicht die Reserve: Hier schlummert m. E. ein großes Potential von besonders verfassungstreuen „Bürgern in Uniform“, deren Potential leider bis heut zu wenig beachtet und genutzt wird…

 

Es gäbe dazu eine Menge Punkte, die ich wichtig finde und die angesprochen werden müßten, aber ich möchte Ihre knapp bemessene Zeit (oder die Ihrer persönlichen ReferentInnen) nicht über Gebühr strapazieren, daher hier erst einmal nur der wichtigste Punkt: Die leidige Altersgrenze in der Reserve von Ü 65!

 

Meiner Meinung nach ein absoluter Anachronismus, angesichts der heutigen Bedrohungslage ein ziemlicher Unsinn, die Argumente dafür sind für mich überwiegend nicht nachvollziehbar.

Da der Einsatz für eine vollständige Abschaffung der Altersgrenze in der Reserve eine meiner wichtigsten künftigen selbst gestellten Aufgaben ist, habe ich um Weihnachten herum ein elfseitiges Papier erstellt, in dem ich versucht habe, meine nur rudimentären Sicherheitspolitischen Kenntnisse und meine persönlichen Erfahrungen und Überlegungen in diesem Papier zusammenzufassen: Es ist ein zumindest umfangreich begründetes Plädoyer für die ersatzlose Abschaffung der Altersgrenze in der Reserve: Bitte nehmen Sie oder Ihre ReferentInnen sich die Zeit, es unvoreingenommen zu lesen, um zu schauen, inwieweit meine Argumente richtig sein könnten!

 

Zu diesem Thema habe ich sowohl den Präsidenten des Reservistenverbandes der Deutschen Bundeswehr, Oberst d. R. Prof. Dr. Sensburg (den ich persönlich besonders schätze), als auch den Wehrbeauftragten Leutnant d. R. Henning Otte angeschrieben, beide haben mir sehr engagiert und persönlich geantwortet und scheinen in den wesentlichen Punkten mit mir übereinzustimmen – was mich natürlich ungemein gefreut hat!

 

Meine KameradInnen in der RK Bad Zwischenahn sehen die Dinge ohnehin überwiegend so wie ich selbst, schließlich setzen sie das bereits aktiv um, was ich propagiere: Wir machen derzeit (seit 7/2025) eine gemeinsame Verbandsinterne Grundausbildung drinnen und draußen für alle interessierten Mitglieder, auch für die Ü65 und sogar die Freiwilligen/Förderer wie mich – das finde ich großartig!

Ich bin jetzt 70 Jahre und habe natürlich ein paar der üblichen Einschränkungen, aber ich denke, daß diese weniger wichtig sind, als gemeinhin geglaubt wird, der gute Wille kann Berge versetzen…

Auch Sie, sehr geehrter Herr Verteidigungsminister, dürften als Reservist mit Ihren 66 Jahren weder an gemeinsamen Übungen mit der Bundeswehr noch am Schießen teilnehmen, Sie würden auf eine ganz seltene Einladung zum „Gästeschießen“ angewiesen sein….

 

Seit dem Beginn unserer gemeinsamen Grundausbildung in der RK Bad Zwischenahn (7/2025) habe ich alles, was ich in diesem Kontext für wichtig hielt und halte, in Text und Fotos dokumentiert, Sie finden diese Dokumentation hier: https://www.tao-torrevieja-wilhelmshaven.eu/protected/?comeFrom=https%3A%2F%2Fwww.tao-torrevieja-wilhelmshaven.eu%2Fdie-seite-f%25C3%25BCr-soldaten-und-aktive-reservisten-der-deutschen-bundeswehr-nur-mit-pa%25C3%259Fwort%2F&

 

Im Dateianhang finden Sie meine umfangreiche Begründung, warum ich der Meinung bin, daß die Altersgrenze in der Reserve komplett gestrichen werden sollte: Bitte machen Sie sich die Mühe, das zu lesen, vielen Dank!

Sollte das auf Ihre Zustimmung stoßen, bin ich gerne bereit, meine Überlegungen auch zu Detailfragen einer Realisierung zu kommunizieren, ich würde mich daher sehr freuen, von Ihrem Büro zu hören!

 

Im Übrigen: Ich stimme mit Ihren Überlegungen zur Reformierung der Bundeswehr weitgehend überein, ich denke, wir sind auf einem guten Weg, um unsere Heimat gemäß dem Prinzip der Abschreckung – hoffentlich auch mit Hilfe des Reservistenverbandes - wieder ein wenig sicherer zu machen!

 

Bleiben Sie gesund!

 

Mit kameradschaftlichen Grüßen

 

Ihr Erich B. Ries

 

 

 

 Schlagworte: Altersgrenze Reserve, Altersgrenze  Reservistenverband, Altergrenze Soldatengesetz § 44, § 45,

Altersgrenze Ü65, Altersgrenze Ü70, Abschaffung Altersgrenze Reserve, Streichung Altersgrenze Reserve,

Oberstleutnant d. R. Ulrich Meyer Altersgrenze, Oberst Helmut Michelis Altersgrenze

 

 

 


Fotos aus den Ausbildungsmodulen der Reservistenkameradschaft Bad Zwischenahn von 7/2025 bis 5/2026

Bei den hier gezeigten Fotos handelt es sich um eine kleine Auswahl von Fotos unserer Aktivitäten von Juli 2025 bis Mai 2026. Im wesentlichen sind dies mehrere Ausbildungsmodule sowie der 16K3 Marsch am Karfreitag rund um das Zwischenahner Meer.

Da wir von unserem Landesvorstand gebeten wurden, keine Fotos zu veröffentlichen, die uns mit Waffen zeigen, also auch keine Übungswaffen/Blueguns der Bundeswehr, habe ich auch hier darauf verzichtet, obwohl es für mich ganz persönlich wenig nachvollziehbar ist....

 

Selbstverständlich wurden alle nötigen rechtlichen Bedingungen beachtet: Soweit hier Uniformen getragen werden, wurde jedesmal eine UTE, also eine Uniformtrageerlaubnis beantragt und genehmigt, auch hat unsere Leitung rechtzeitig vor jeder Übung in der Öffentlichkeit die notwendigen Stellen informiert: Ordnungsamt, Polizei, Ortsverwaltung...

 

Förderer/Freiwillige des Reservistenverbandes sind die Mitglieder, die zuvor nicht gedient haben, hier besteht auch nicht die Erlaubnis für das Tragen einer offiziellen Uniform.

Daher sind die Ungedienten teilnehmenden Mitglieder nicht in der Flecktarn-Uniform zu sehen, sondern lediglich in einem zweckmäßigen Kampfanzug in Olivgrün, ohne Hoheitsabzeichen, aber natürlich mit Verbandsabzeichen...

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Karate-Selbstverteidigung mit QiGong für Senioren: Kenko Kempo Karate!    Kenko Kempo Karate für Senioren und Menschen mit Handicap. Seehunde und Kegelrobben. Katzen in Torrevieja. Brandungsschwimmen, Meeresschwimmen, Freiwasserschwimmen. Über den Inhaber der Seite Sir Erich B. Ries, KCR. Dr. José Rizal, der Nationalheld der Philippinen und der "Order of the Knights of Rizal".